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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. März 2018

Kultur: Ist die Welt aus den Fugen geraten?

AUSGEZEICHNET: Erster Preisträger Marcus Günther mit Sparkassendirektor Michael Huber (links) und OB Dr. Frank Mentrup. Foto: Becker / Sparkasse

AUSGEZEICHNET: Erster Preisträger Marcus Günther mit Sparkassendirektor Michael Huber (links) und OB Dr. Frank Mentrup. Foto: Becker / Sparkasse

 

Die Amtseinführung Donald Trumps vor über einem Jahr sorgte nicht nur weltweit für Gesprächsstoff, sie lieferte der Ausschreibung des 41. Kunstpreises der Sparkassen-Kulturstiftung auch das Motto. „Die Welt … aus den Fugen geraten?“ lautete die vieldeutige Frage mit pessimistischem Unterton, die 490 Künstlerinnen und Künstler zur Bewerbung und zu Denkanstößen inspirierte.

Ob Flüchtlingselend, Umweltkatastrophen durch Zivilisationsmüll und dessen bedenkenlose Entsorgung, tagespolitisch Aktuelles, Kunstmarktexzesse oder Kapitalismuskritik – Motive und Positionen waren breit gestreut und nah am Puls der Zeit. Exakt 73 Einreichungen wählte die Jury für die noch bis zum 28. März laufende Ausstellung im Kundenzentrum der Sparkasse am Europaplatz aus, darunter auch die der drei Gewinner.

Den mit 5000 Euro dotierten ersten Preis erhielt Marcus Günther aus Düsseldorf für sein fotorealistisches Gemälde „Sowohl als auch“. Der gelernte Theatermaler entwirft darin eine surrealistische Zwischenwelt in den Wolken – bevölkert von drei Bauarbeitern, die Flüssigkeit von einem roten Ballon in den anderen pumpen. Das „irritierende Denkbild“ kennzeichne eine „postutopische Haltung der Coolness“, so die Direktorin der Staatlichen Kunsthalle und Jury-Vorsitzende Pia Müller-Tamm in ihren Ausführungen. Zweite wurde Melanie Siegel. Ihr mit 3000 Euro honorierter Beitrag „Ohne Titel“ zeigt einen menschenleeren Tennisplatz aus der Vogelperspektive, gesäumt von Baumkronen und deren Schattenspielen. Trotz scheinbarer Arglosigkeit deuteten Siegels Bilder potenziellen Umschwung an, erklärte die Jury.

Die Karlsruherin Stephanie Abben, als Drittplatzierte mit 2000 Euro für „away“ bedacht, überzeugte mit ihrer Darstellung einer trostlos-chaotischen, das Gefühl existenzieller Unbehaustheit versinnbildlichenden Hütten-Landschaft. -maf-

 
 

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