Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. April 2018

Räumliches Leitbild: Die Stadt und der Klimawandel

Referate im Architekturschaufenster zu „coolen Quartiere“ und räumlichem Leitbild Spannende Themen standen kürzlich im Architekturschaufenster in der Waldstraße auf der Agenda. Es ging zum einen um das räumliche Leitbild der Stadt und zum anderen um Stadtentwicklung und Klimaanpassung unter dem Stichwort „Starke Mitte – coole Quartiere“.

Mit letzterem befasste sich der Stadt- und Landschaftsplaner Sascha Saad.
Er skizzierte zunächst worauf sich urbane Räume im Zeichen des Klimawandels einstellen müssen. So nehme speziell am Oberrhein die Zahl der Hitzetage über 30 Grad bis 2050 deutlich zu. Dies führe zu ein einer höheren Vulnerabilität speziell bei älteren Menschen und Kindern. Bei Tagen von mehr als 28 Grad nehme die Leistungsfähigkeit um 30 Prozent, bei mehr als 30 Grad um 50 Prozent ab.

Als konkrete Maßnahmen schlug er vor, mehr Wasserflächen einzurichten, das Grünvolumen zu erhöhen, Kalt- und Frischluftschneißen zu sichern, helle Baumaterialien zu verwenden oder Flächen zu entsiegeln. Zudem ging er auf die Klimarelevanz von Wasserflächen ein. Bewegte Wasserflächen seien wichtig, speziell Wassernebel sorge für einen kühlenden Effekt um bis zu 15 Grad in der direkten Umgebung. Bei Grünflächen genüge nicht allein Rasen, weil sich auch hier der Boden erhitze. „Nur feuchter Boden sorgt für eine ausgleichende Wirkung“, so der Experte. Waldflächen sorgten für Verschattung und eine Abkühlung von bis zu zwei Grad. Wichtig sei zudem die Bürger bei der Klimaanpassung mitzunehmen.
Anschließend referierte Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, Leiterin des Stadtplanungsamts, über das räumliche Leitbild und die jüngsten Maßnahmen wie Planungswerkstätten, Workshops zu „Grünen Adressen“ oder zum „Q-Prozess“.

Sowohl langfristige Visionen als auch konkrete Maßnahmen zählen dabei zum Portfolio. Sie bekräftigte den Leitsatz zur Qualifizierung und Verdichtung innerhalb der Stadtgrenzen und zum Flächensparen. Speziell zum Sanierungsgebiet Ost strich sie die geplante Öffnung des KIT hin zur Kaiserstraße hervor. „Das Kit mit seinem hohen Renommee wirkt wie eine Auster nach innen. Das soll sich ändern“, betonte sie. Gestaltungsschwerpunkte seien weiter die Stärkung des Festplatzes, Fußgängerzone Kombilösung City-Einzelhandel, Wasserspiele auf dem Marktplatz oder die Aufwertung des Kronenplatzes. Auch über klimatische Anpassungen wie Entkernung oder Verkehrskonzepte („Regio Move) oder das Höhenentwicklungskonzept sprach sie im voll besetzten Forum. -voko-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe