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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. April 2018

Stadtdenker: „Fast so etwas wie heimkommen“

DURLACH DOPPELT IM BLICK: Auf der Turmbergterrasse über Durlach (Baden) übergeben Brenda und John Landis Ortsvorsteherin Alexandra Ries (Mitte) Impressionen aus Durlach (Pennsylvania). Foto: Fränkle

DURLACH DOPPELT IM BLICK: Auf der Turmbergterrasse über Durlach (Baden) übergeben Brenda und John Landis Ortsvorsteherin Alexandra Ries (Mitte) Impressionen aus Durlach (Pennsylvania). Foto: Fränkle

 

Brenda und John Landis aus Durlach (Pennsylvania) Stadtdenker in Durlach (Baden)

Denkanstöße und Impulse für das Durlach von morgen geben seit 2010 sogenannte Stadtdenker, die nach einer Initiative von Kulturbeirat und Ortschaftsrat jährlich für einige Tage mit unverstelltem Blick von außen die ehemalige Markgrafenstadt erkunden. Der Ethnologe Prof. Karl Grammer hatte diese Aufgabe schon übernommen, ebenso der Astrofotograf Gernot Meiser oder die deutsch-iranische Journalistin Siban Shakib.

Der Aufenthalt ist jeweils Sache von ganz Durlach. So übernehmen etwa Hotellerie und Gastronomie Unterkunft und Verpflegung der Gäste. So ganz unbefangen war der Blick des Doppels, das dieses Mal als Stadtdenker zu Gast war, allerdings nicht. Für Brenda und John Landis war der Besuch vielmehr „fast so etwas wie heimkommen“. Die beiden, die Ortsvorsteherin Alexandra Ries als „waschechte Durlacher“ begrüßte, stammen in der Tat aus Durlach. Sie sind Ehefrau und Sohn des Bürgermeisters des zweiten, mit 80 Einwohnern deutlich kleineren Orts dieses Namens. Der besteht aus etwa einem Dutzend Farmen und liegt im agrarisch geprägten County Lancaster im amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania.

Gegründet wurden Farmen und Orte der Gegend von deutschen Auswanderern. Deren Nachfahren sprechen haute noch als Dialekt ein mit badisch-kurpälzischen Lehnwörtern wie „Grumbiere“ durchsetztes Denglish. Die Ahnin von Brenda Landis war eine der Gründungsmütter. Veronica Eberly kam 1727 alleine mit ihren sechs Kindern aus Durlach (Baden) nach Pennsylvanya, gründete eine Farm und nannte ihre neue Heimat ebenfalls Durlach. Die jetzigen Erstkontakte zu den „anderen Durlachern“ über dem Teich hatte die Familie Nesselhauf bei einer Urlaubsreise geknüpft.

„Die schönen Gebäude der Altstadt erhalten“, war das Credo von Brenda und John Landis am Ende ihrer viertägigen Visite in der Heimat ihrer Vorfahren. Von „der Herzlichkeit der Durlacher“ waren sie tief beeindruckt. Und von den Begegnungen, etwa vom Gespräch „von Farmer zu Farmer“ auf dem Biberhof mit Thorsten Küchel oder vom Besuch der Freiwilligen Feuerwehr, die bereits via Facebook kräftig mit ihrem Pendant in Pennsylvania kommuniziert. Die Kontakte zwischen den beiden Durlachs wollen die Stadtdenker auf alle Fälle aufrecht erhalten und ausbauen. John Landis will etwa im nächsten Schritt „einen Schüleraustausch anleiern“. -trö-

 
 

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