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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. Mai 2018

Autonomes Fahren: „Spektakulär ist das Unspektakuläre“

DRÜCKTEN AUF DEN Startknopf: Dr. Pischon, OB Mentrup, T. Strobl, Prof. Zöllner, W. Hermann und Prof. Hanselka (v.l.). Foto: Fränkle

DRÜCKTEN AUF DEN Startknopf: Dr. Pischon, OB Mentrup, T. Strobl, Prof. Zöllner, W. Hermann und Prof. Hanselka (v.l.). Foto: Fränkle

TAF-VIDEOCLIP: Prof. Zöllner, Kopf des Konsortiums, stellte OB Dr. Mentrup, W.  Hermann, T. Strobl, Dr. Pischon, Prof. Hanselka (von links) und den Gästen der Feier die Testfeldinfrastruktur vor. Foto: Fränkle

TAF-VIDEOCLIP: Prof. Zöllner, Kopf des Konsortiums, stellte OB Dr. Mentrup, W. Hermann, T. Strobl, Dr. Pischon, Prof. Hanselka (von links) und den Gästen der Feier die Testfeldinfrastruktur vor. Foto: Fränkle

 

Nach fünf Monaten Probebetrieb „Testfeld Autonomes Fahren BW“ eröffnet / Minister Thomas Strobl und Winfried Hermann bei Eröffnungsfeier auf KVV-Gelände

„Karlsruhe ist taf(f)“, ist OB Dr. Frank Mentrup überzeugt. Und hatte am 3. Mai auch gleich einen „eindrucksvollen Beweis dafür.“ Da eröffneten Kommunen, Land und Forschungseinrichtungen nach fünfmonatigem Probebetrieb offiziell ihr gemeinsames Projekt, das „Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg“ (TAF BW).

„Nun sind wir nicht nur taf(f), wir haben jetzt auch das TAF“, sagte Mentrup augenzwinkernd bei der Eröffnungsfeier in Karlsruhe. Das Testfeld in Karlsruhe, Heilbronn und Bruchsal stehe für eine innovative Zusammenarbeit von Landesregierung, Wissenschaft, Kommunen und dem Karlsruher Verkehrsverbund KVV, betonte Mentrup. Gemeinsam mit Verkehrsminister Winfried Hermann und Innenminister Thomas Strobl sowie Vertretern des Konsortiums gab das Stadtoberhaupt auf dem KVV-Betriebsgelände den Startschuss.

Das Spektakuläre am Testfeld „ist das Unspektakuläre“, betonte Mentrup. „Wir rüsten öffentliche Straßenzüge inner- und außerorts mit digitaler Technik aus und eröffnen Firmen die Möglichkeit, unter ‚echten Bedingungen‘ zu testen – ohne dass dadurch eine Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer besteht.“ Es gebe dabei kein „hochgezüchtetes, abgesperrtes Testareal auf künstlichen Modellpisten“ – alles geschehe im Normalbetrieb auf öffentlichen Straßen. Dies stieß bei einem öffentlichen Bürgerforum im vergangenen Jahr auch auf positive Resonanz bei der Bevölkerung. Der Karlsruher Gemeinderat unterstützt das Projekt zudem mit Finanzmitteln.

Testfeld vernetzen

Das gesamte Testfeld, auf dessen Vernetzung die Entwickler hinarbeiten, erstreckt sich zwischen Karlsruhe, Stuttgart, Bruchsal und Heilbronn. Zur ersten Ausbaustufe gehört in Karlsruhe eine etwa 24 Kilometer lange Route zwischen Oststadt und Südtangente. Sie ist mit stationärer Messtechnik, schnellen Datenleitungen und intelligenten Ampeln ausgestattet - etwa an der Kreuzung Ostring und Durlacher Allee. Hier erfassen Sensoren, die die Testfahrzeuge „lesen“ können, den Verkehr. Die Daten werden dann in Echtzeit ausgewertet. Weitere Felder sollen in Dammerstock und Rüppurr aufgebaut werden. „Die Mobilität wird gerade noch einmal neu erfunden. Und Baden-Württemberg ist vorne mit dabei“, freute sich der stellvertretende Ministerpräsident Thomas Strobl. Ein wichtiger Aspekt von TAF BW ist die Erprobung neuer Formen des öffentlichen Personennahverkehrs.

Autonom fahrender ÖPNV

„Perspektivisch soll hier vor Ort auch an der Entwicklung neuer ÖPNV-Konzepte wie etwa der Nutzung autonom fahrender Mini-Busse gearbeitet werden“, zeigte sich Dr. Alexander Pischon, Geschäftsführer des künftigen Testfeld-Betreibers KVV, zuversichtlich. Dies lobte auch Verkehrsminister Winfried Hermann. „Weil beim Karlsruher Ansatz der ÖPNV und der Individualverkehr zusammen betrachtet werden, haben wir dem Konzept den Zuschlag für unsere Landesförderung erteilt“, erläuterte er. Federführend innerhalb des Konsortiums leitet das FZI Forschungszentrum Informatik das Projekt. FZI-Vorstand und KIT-Professor J. Marius Zöllner stellte den Gästen aus Industrie, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft anhand eines Videoclips die Infrastruktur des Testfelds vor. Teil des Konsortiums sind neben dem FZI die Stadt Karlsruhe, KIT, Hochschule Karlsruhe, Fraunhofer-Institut IOSB, Hochschule Heilbronn und die Stadt Bruchsal sowie weitere assoziierte Partner. Das Land förderte TAF BW mit 2,5 Millionen Euro. Weitere Infos unter www.taf-bw.de. -bea-

 
 

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