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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. Mai 2018

Einzelhandel: Anziehungskraft steigern

BRENNPUNKT INNENSTADT: Die Innenstadt für die Geschäftswelt wie für Kunden und Passanten wieder attraktiver machen, will die Stadt mit dem Leitprojekt „Zukunftsfähigkeit der Karlsruher City als Einzelhandelsstandort“. Foto: Fränkle

BRENNPUNKT INNENSTADT: Die Innenstadt für die Geschäftswelt wie für Kunden und Passanten wieder attraktiver machen, will die Stadt mit dem Leitprojekt „Zukunftsfähigkeit der Karlsruher City als Einzelhandelsstandort“. Foto: Fränkle

 

Innenstadt als Standort des Einzelhandels / Analyse vorgestellt / Beteiligungsprozess gestartet

Der Run auf die Geschäfte der Innenstadt hat in den vergangenen Jahren abgenommen. Dafür ist keineswegs nur die Bautätigkeit für die Kombilösung verantwortlich. Den Online-Handel und die steigende Attraktivität regionaler Mittelzentren sieht ein von der Stadt beauftragtes Gutachten als weitere Ursachen dafür, dass der Kaufkraftzufluss von außen zurückgegangen ist.

Instrumentarien zu suchen und einzusetzen, die diesen Trend wieder umkehren und die Attraktivität und Anziehungskraft der Innenstadt für Geschäftswelt, Bürgerschaft und Besucher steigern können, ist Chefsache im Karlsruher Rathaus. Ein Leitprojekt des IQ-Korridorthemas „Zukunft Innenstadt“ in Verantwortung von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup beschäftigt sich mit der Zukunftsfähigkeit der City als Standort des Einzelhandels nach dem Bau der Kombilösung. „Wir wollen wissen, welche Perspektiven und Steuerungsmittel wir haben, die den Einzelhandel nach vorne bringen können“, brachte OB Mentrup das Ziel des Projekts auf den Punkt, als er am Montag zusammen mit CIMA-Projektleiter Christian Hörmann die ersten Ergebnisse aus dem Gutachten der in Sachen Stadtentwicklung bundesweit renommierten Beratungsgesellschaft vorstellte.

Die ersten Ergebnisse liegen in der Analyse des Ist-Zustands. Den genau zu kennen und zu bewerten, ist unabdingbare Voraussetzung dafür, um im zweiten Schritt, so Mentrup, „Empfehlungen zur weiteren Entwicklung in einem Maßnahmenkatalog zu formulieren“. Eingebettet sind Gutachten und städtisches Handeln in einen breiten Partizipationsprozess von Mai bis November dieses Jahres. So haben Interessierte die Möglichkeit, sich online über das Bürgerbeteiligungsportal (www.karlsruhe.de/beteiligung) einzubringen. Und breite Resonanz verspricht sich der OB auch von einer öffentlichen City-Werkstatt, die am Donnerstag, 7. Juni, um 19 Uhr im Stephanssaal stattfindet.

Zurück zur Ausgangslage: Der Handel steht unter Druck. „Und auch ohne die Baustellen der Kombilösung hätte die Innenstadt dringenden Handlungsbedarf“, verweist Hörmann dabei auf die Ergebnisse der ins Gutachten eingeflossenen zentralen Passantenbefragung. Danach orientieren sich Kunden aus dem regionalen Umfeld zunehmend in das Internet und in Mittelzentren wie Baden-Baden oder Germersheim. Ohnehin habe Einkaufen als Hauptgrund eines Besuchs von Karlsruhe an Bedeutung verloren. Kulturerlebnisse oder gemeinsames Essen in der Gastronomie würden immer wichtiger.

Fast 17 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Cafés und Gastronomie, 16 Prozent vermissen in der City individuelle hochwertige Geschäfte. Für den Münchener Büroleiter von CIMA ein Kardinalproblem. „In Karlsruhe gibt es im Gegensatz etwa zu Mannheim keine Flagship-Stores bekannter Marken oder große inhabergeführte Geschäfte, die ein anderes Einkaufserlebnis als Filialisten schaffen“, nannte Hörmann als nicht zu unterschätzendes Manko.

Der beliebteste Ort in der Innenstadt ist der Schlossplatz mit Botanischem Garten und Schlossgarten, Haupteinkaufsort die zentrale Kaiserstraße, gefolgt von Ettlinger Tor-Center, Kaiserstraße Ost und Postgalerie. Schlechte Noten bekommt der Europaplatz. Den bewerten viele der Befragten als „hässlich und heruntergekommen“. Daneben liege es dort in Sachen Sicherheitsgefühl im Argen. Handlungsbedarf. „Wir können es uns nicht leisten, in einer solch zentralen Lage der Innenstadt an der Qualität nachzulassen“, betonte Hörmann. -trö-

 
 

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