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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. Mai 2018

Kultur: Illusion von Leichtigkeit

DIE KÜNSTLERIN NINA LAAF vor ihrer für die Schau geschaffenen Rauminstallation „Ohne Titel (Brandspur)“. Foto: Bastian

DIE KÜNSTLERIN NINA LAAF vor ihrer für die Schau geschaffenen Rauminstallation „Ohne Titel (Brandspur)“. Foto: Bastian

 

Hanna-Nagel-Preisträgerin Nina Laaf mit „tiptoe“ in der Städtischen Galerie

Nicht immer ist leicht, was leicht scheint. Die Kunst der Karlsruher Bildhauerin Nina Laaf „kommt leicht daher, ist aber ein Kraftakt“. In Anlehnung an die Illusion von Leichtfüßigkeit beim Ballett nennt die Hanna-Nagel-Preisträgerin 2018 ihre Ausstellung im Forum der Städtischen Galerie „tiptoe“.

Laaf spielt unkonventionell mit ironischen Brechungen, mit der Erwartungshaltung der Betrachter, mit Materialen, mit assoziativen Bildtiteln. Eine ihrer speziell für die Schau maßgefertigten Arbeiten legt eine raumgreifende „Brandspur“. Wie ein überdimensionales Geschenkband zieht sich ein Streifen aus Edelstahl an der Wand entlang und wickelt sich an einer Rolle auf. In der Mitte der Bahnen mäandernd eine sanft schimmernde Farblinie – durch brachiale Hitzeeinwirkung entstanden. Welche Torturen vorausgingen, scheint vergessen, alles wirkt sanft und elegant. Ebenso wie „Wenn die Achterbahn am höchsten Punkt verweilt…“, eine blaue Styropor-Brunnensäule, über deren Schalen-Ränder Gipsmasse quillt.

1977 in Hilden geboren, studierte Laaf von 2011 bis 2017 Bildhauerei an der Karlsruher Kunstakademie bei den Professoren John Bock und Harald Klingelhöller. Mit teils eigens für die Ausstellung realisierten Arbeiten gibt sie bis 8. Juli Einblick in ihr aktuelles Schaffen. Dabei entwickle und inszeniere sie laut Presstext „Situationen, in denen Abhängigkeiten zwischen einzelnen Elementen entstehen und Momente fragwürdiger Stabilität erfahrbar werden.“

Der Preis, gestiftet 1998 von den seinerzeit fünf Karlsruher Präsidentinnen und nun erstmals im Rahmen der Europäischen Kulturtage verliehen, erinnert zum einen an das künstlerische Werk Hanna Nagels als einer bedeutenden Vertreterin der "Neuen Sachlichkeit", zum anderen ist er Instrument der Künstlerinnenförderung. Eine mit 2 000 Euro dotierte Auszeichnung, die - wie Kulturdezernent Dr. Albert Käuflein bei der Verleihung betonte - in der Kunstwelt hohe Anerkennung genieße und für die 55 Bewerbungen eingegangen seien. Mit dem Preis verbunden sind eine Galerie-Schau samt Katalogheft sowie ein Ankauf durch das Regierungspräsidium. -maf-

 
 

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