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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. Januar 2018

Tiere des Jahres 2018: Noch oft da und trotzdem gefährdet

Foto: Stephan/BUND

Foto: Stephan/BUND

Foto: Crocoll

Foto: Crocoll

Foto: Crocoll

Foto: Crocoll

 

Wildkatze, Star, Skorpionsfliege, Großer Fuchs und Grasfrosch vor Ort präsent

Noch nicht bedroht, vielerorts verbreitet, aber doch in immer geringerer Zahl anzutreffen sind einige von verschiedenen Naturschutzorganisationen gekürten Tiere des Jahres.

Für 2018 hat die Deutsche Wildtierstiftung unter anderem die Wildkatze ausgewählt. Kräftiger und mit dickerem Schwanz als Hauskatzen, galt sie in Baden-Württemberg nahezu als ausgestorben, tauchte aber inzwischen auch rund um Karlsruhe wieder mehrfach auf. Die Einzelgängerin, von der es bundesweit wieder einige tausend Tiere gibt, bevorzugt strukturreiche Wälder, lebt in Höhlen oder Totholzhaufen und von Mäusen, Hasen oder Fischen.

Mittlerweile auf der Roten Liste als „gefährdet“ eingestuft, ist der vermeintlich so allgegenwärtige Star, denn es fehlt ihm wegen der industriellen Landwirtschaft an Brutmöglichkeiten und Nahrung. Zum Star unter den Vögeln werde er, so der Naturschutzbund, durch „seine atemberaubenden Schwarmformationen, bei denen hunderttausende Individuen perfekt aufeinander abgestimmt durch die Lüfte gleiten“. Zudem fällt er neben seinem bei Jungtieren blau-, später braunbunt schimmernden Gefieder durch seine Stimmkünste auf. So ahmt der Star andere Vögel und Umgebungsgeräusche perfekt nach, baut sie in seinen oft lauten Gesang ein und schreckt selbst vor Handyklingeltönen, Hundebellen oder Alarmanlagen nicht zurück.

Um sie mit ihren Besonderheiten bekannter zu machen, wurde die Skorpionsfliege als Insekt ausgewählt. Keineswegs gefährlich, rührt ihr Name von dem großen, deutlich sichtbar über dem Hinterteil getragenen und einem Skorpionsstachel gleichenden Geschlechtsorgan der männlichen Tiere her. Dazu kommen verlängerte Mundwerkzeuge, mit denen sich die Fliege an reifem Obst, Kot, Pollen oder der Beute von Spinnen in deren Netzen bedient. Zu finden ist sie nahezu in ganz Europa in Gebüschen, an Wald- und Wegerändern, auf Wiesen und in Brennnesseln.

Ebenfalls vor Ort, wenn auch nur noch selten, kommen der prächtige Schmetterling Großer Fuchs vor und als Lurch der besonders geschützte Grasfrosch. Das Tier legt seine großen, aus bis zu 4.500 Eiern bestehenden Laichballen in vegetationsreichem, flachem Wasser ab. Wegen dessen Beeinträchtigung durch Müll, Dünger oder Umweltgifte ist er gefährdet. -cal-

 
 

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