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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. Mai 2018

Gemeinderat: Familienfreundliches Karlsruhe

GUT AUFGEHOBEN und wohlfühlen können sich (junge) Familien in Karlsruhe, nicht nur im Stadtpark Südost. Freilich wurde auch Kritik laut per groß angelegter, nun ausgewerteter Umfrage. Foto: Fränkle

GUT AUFGEHOBEN und wohlfühlen können sich (junge) Familien in Karlsruhe, nicht nur im Stadtpark Südost. Freilich wurde auch Kritik laut per groß angelegter, nun ausgewerteter Umfrage. Foto: Fränkle

 

Umfrage bringt Erbauliches (Vereinbarkeit, Ehrenamt) und Bedürfnisse (Wohnangebot)

Karlsruhe ist kinder- und familienfreundlich. Das bestätigt grundsätzlich ein Gros des Fünftels aller städtischen Haushalte mit Kindern, das sich an der Familienumfrage 2017 beteiligte.

Lebenssituation, Einschätzungen und Kinderbetreuungsbedarf erforschte diese. Zwar sind 85 Prozent der Familien (sehr) zufrieden mit ihrer Wohnsituation, doch das Wohnungsangebot erachten 50,8 Prozent als schlecht, weitere 37,2 Prozent als mittelmäßig. Erfreulich: das freiwillige Engagement von fast zwei Dritteln und die wachsende Vereinbarkeit von Familie und Beruf – 83 Prozent der Mütter kehren ins Erwerbsleben zurück. Knapp 40 Prozent derer, die Auskunft gaben bei erfolgreichem Online-Weg mit erhoffter gesellschaftlicher Streuung, fanden keinen U3-Platz. Lässt auf Defizite schließen, doch blieb unklar, inwiefern Betreuung erwünscht ist.

Sorgen, dass nicht alle den Karlsruher (Kinder-)Pass kennen, entgegnete Bürgermeister Martin Lenz: „zum Glück – weil sie ihn nicht brauchen“. Die Werbestrategie sei treffsicher bei Bedürftigen. Konkreten Handlungsbedarf erkannte Max Braun (KULT) bei der Betreuung. „Kinderreichtum ist der größte Armutsfaktor“, betonte Dr. Paul Schmidt (AfD) und verlangte, denen zu helfen, „die alles tun, um nicht in Hartz IV zu rutschen“. Niko Fostiropoulos (Die Linke) fragte: „Warum geben wir Almosen und versuchen nicht, die Mietverhältnisse zu ändern?“

Eine „äußerst wertvolle Datensammlung“ (Verena Anlauf, GRÜNE) lasse Ämter leichter Rückschlüsse ziehen. Wie Yvette Melchien (SPD, „wichtige Erkenntnisse“), die zu offensiverer Kommunikation aufrief, fand sie bedenklich, dass Verwaltung und Politik nach geäußerter Meinung zu wenige Familienthemen aufgriffen. „Überraschend ist es nicht, doch ernüchternd“, sagte Tom Høyem (FDP) dazu. Was 20 Prozent äußerten sei erwartbar, sollte aber nicht überbewertet werden. So viel Rückmeldung sei ob des Umfangs verwunderlich, fand Karin Wiedemann (CDU). Die Ergebnisse verdienten genaues Hinsehen. -mab-

 
 

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