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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. Mai 2018

Integrationspreis: Gemeinsam vorankommen

Foto: Fränkle

Foto: Fränkle

 

Engagierte Wegbereiter und Ausbilder geehrt / Karlsruher Integrationspreis für drei hilfreiche Akteure

Die drei Preisträger, die vorige Woche mit dem Karlsruher Integrationspreis ausgezeichnet wurden, setzen sich über die Maßen für Flüchtlinge und sonstige Migranten in Karlsruhe und Umgebung ein. Das Kuratorium Integrationspreis unter Federführung des Internationalen Begegnungszentrums vergab die Ehrung zum nunmehr 22. Mal.

Der Lebensweg von Christoph Schneller besitze Abenteuerpotenzial, sagte der Ehrenvorsitzende der AWO Karlsruhe, Franz Hoss, in seiner Laudatio. Als Sohn einer sozial engagierten deutschen Familie vor fast 80 Jahren in Israel geboren, steht Schneller für ein umtriebiges Leben als Weltbürger. Sein Weg führte ihn über Thailand, wo er sich lange für Kambodscha-Flüchtlinge einsetzte, vor rund 30 Jahren nach Karlsruhe. Hier gründete er den Freundeskreis Asyl, der Menschen in der früheren LAST und heutigen LEA (Landeserstaufnahmestelle) berät und begleitet.

Die Ettlinger Schreinerei Neumayer und Feller engagiert sich seit der Flüchtlingswelle von 2015 für junge Geflüchtete. Zunächst ging es um das Einrichten von Unterkünften. Dann schloss sie einen Ausbildungsvertrag mit einem Syrer. Der die Lehre aber wegen Sprachproblemen abbrach. Dennoch kümmern sich Jürgen Neumayer, Peter Feller und ihre Belegschaft weiterhin um den jungen Mann, wie der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds Karlsruhe, Dieter Bürk, als Laudator berichtete.

Die Laudatio für „1&1 Fit for Job“ übernahm der Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer, Roland Fitterer. Er lobte, dass sich das IT-Unternehmen sofort an allen vier Standorten in Montabaur, Saarbrücken, München und nicht zuletzt auch Karlsruhe für die Ausbildung junger Flüchtlinge eingesetzt habe und weiterhin einsetze. Immerhin rund 250, darunter etwa 100 in Karlsruhe, hätten entsprechende Programme erfolg-reich absolviert. Trotz Hindernissen wie Sprachbarriere, drohender Ausweisung, sonstiger Probleme.

Alle Geehrten bedankten sich in bescheidener Weise für den Preis und bezogen viele andere Men-schen in die Ehrung mit ein. Die Festrede hielt Landtagspräsidentin Muhterem Aras, die laut OB Dr. Frank Mentrup ein gutes Beispiel für gelungene Integration sei. Die in der Türkei geborene Muslima stehe wohl fester hinter dem Grundgesetz als mancher andere Abgeordnete im baden-württembergischen Landtag. Aras‘ Thema war Heimat und Vielfalt. Die für sie untrennbar zusammengehören. Sie selbst schilderte erste Integrationserfahrungen mit einer schwäbischen Bauernfamilie, die sich ihr und ihrer Geschwister annahm, nachdem die Familie dem Vater gefolgt war, der schon Arbeit im Land hatte. -erg-

 
 

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