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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. Juni 2018

Frühe Hilfen: Um für Familien da zu sein

Jubilare „Frühe Hilfen“ und „Frühe Prävention“ gewürdigt

Familienhebammen, das Fachteam frühe Kindheit, Startpunkt-Familien-zentren als wohnortnahe Anlaufstellen, Elternkurse für sichere Bindung: All das und mehr bildet dank diverser Träger das Netzwerk Frühe Prävention. Dieses feierte nun sein zehnjähriges und die dazugehörige Beratungsstelle Frühe Hilfen gar ihr fünfzehnjähriges Bestehen.

Im Fokus steht wie von Anfang an das Wohl der Kleinsten, von Mädchen und Jungen bis zum Alter von drei Jahren. „In Karlsruhe ist Sozial- immer auch Stadtpolitik“, betonte Bürgermeister Martin Lenz beim Festakt in Durlachs Karlsburg am Donnerstag voriger Woche, welcher der „Selbstvergewisserung“ diene. „Bei unserem gemeinsamen Thema geht es nicht immer um Wohlfühlen, aber darum, Unterstützung angedeihen lassen zu können.“ Das Präventive hob der Sozialdezernent als entscheidend hervor.

Als der Gedanke an die heute etablierte Beratungsstelle 2001 aufkam, gab es dergleichen nicht, erklärte Diplom-Psychologin Frauke Ostmann – von Anfang an dabei. Die existenziellen Spenden, die vielen Eltern und Paten des gemeinsamen Babys und die Interdisziplinarität, „um für Familien mit besonderen Bedürfnissen umfassend da zu sein“, seien der Schlüssel gewesen, um bestehen und wirken zu können. Bei der Psychologischen Beratungsstelle der Stadt, Otto-Sachs-Straße 6, ist die Einrichtung für Hilfe suchende Eltern angesiedelt. Alle Fragen sind willkommen.

Entlasten, familiäre Bindungen stärken, Be- und Erziehungsfähigkeit fördern, Rahmenbedingungen verbessern, alles für eine gesunde psychische, soziale und körperliche Entwicklung von Kindern tun will auch die aufwendig konzeptionierte und in stetiger Weiterentwicklung befindliche Frühe Prävention. Aktuelle Herausforderungen nannte der Leiter des städtischen Kinderbüros, Jonas Nees, die Individualisierung und die Mobilität von Familien. Nachbarschaftliche Netzwerke gibt es teils noch oder gar nicht. „Wir begleiten heute häufiger Familien dauerhaft“ und: „Nah dran und schnell vor Ort zu sein, bleibt der Schwerpunkt, auf den wir unser Augenmerk richten sollten.“

Einen dynamischen Fachvortrag lieferte Prof. Dr. Paula Bleckmann. Die Pädagogin, studierte Biologin und dreifache Mutter pointierte: Die Polarisierung in Chancen oder Risiken der Digitalisierung über Euphoriker und Paniker schade. Die Digitalisierung sei nicht aufzuhalten, nicht zu verdammen, aber: „Wir müssen lernen, die Gesellschaft so zu steuern, dass Maschinen den Menschen wirklich dienen.“ -mab-

 
 

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