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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. Juni 2018

Schlosslichtspiele: Neue Shows komplett

AUCH EIN KARLSRUHER hat es mit Jonas Denzel in den Kreis der Künstler geschafft, die im Sommer die Schlossfassade verzaubern. Seine Arbeit heißt „Hands on“. Foto: ZKM

AUCH EIN KARLSRUHER hat es mit Jonas Denzel in den Kreis der Künstler geschafft, die im Sommer die Schlossfassade verzaubern. Seine Arbeit heißt „Hands on“. Foto: ZKM

 

Bordos und Denzel dabei

Die Schlosslichtspiele nehmen Kontur an. Das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) stellte mit László Zsolt Bordos‘ Show „Memories“ und der Arbeit des Karlsruher Studenten Jonas Denzel „Hands on“ nun die zwei letzten neuen Projektionen vor. Start ist am Samstag, 28. Juli, unter dem Motto „Jede hinreichend fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht mehr zu unterscheiden“ (Arthur C. Clarke).

Bis zum 9. September können Karlsruherinnen und Karlsruher wie Gäste von nah und fern dann allabendlich wieder zum Schloss pilgern und auf seiner Fassade digitale Projection Mappings bestaunen. Bordos, 3D-Künstler der ersten Stunde beim 300. Stadtgeburtstag 2015 mit seiner wieder gezeigten Arbeit „Reverb“ schuf für seine neue Show „Memories“ einen imaginären Speicherort. Dort sind persönliche Erinnerungen des Künstlers abgelegt.

Mit Hilfe von Datenvisualisierungen, Glitches (Störungen oder Pannen), Darstellungshilfen und Feldvektoren verknüpft Bordos diese realen Erinnerungen mit seiner Vorstellung davon, wie sie gespeichert werden: „Ich stelle mir vor, dass der Speicherort für unsere Erinnerungen ein fragiler Ort ist. Dadurch, dass wir vergessen, gehen einige für immer verloren. Glitches zum Beispiel sind eine perfekte Möglichkeit, unsere vergessenen Erinnerungen zu visualisieren.“ Bordos, auch bekannt unter dem Namen Bordos.ArtWorks, ist Künstler und lebt in Budapest. Seine frühe Tätigkeit als „Visual Jockey“ für 3D-Animationen wie seine Mitwirkung bei gigantischen Fassadenprojektionen und 3D-Mapping-Projekten machen ihn zum Pionier.

Der Karlsruher Medienkünstler Denzel verwandelt das Schloss in einen Licht- und Klangkörper mit seinem Werk „Hands on“. Er schreibt: „Die Hände waren die ersten Werkzeuge des Menschen. Sie klopfen, reiben und klatschen auf die Schlossfassade, bis sie schließlich durch einladende Gesten das Publikum dazu animieren, mit zu klatschen und damit Teil des mitreißenden Rhythmus‘ zu werden. Das Schloss selbst wird sogar zum Instrument, zu einem Piano, das von Händen bespielt wird“. Denzel studiert in Mainz und stellte bisher in Europa und Nordamerika aus.

Mit von der Partie sind wieder die Publikumslieblinge Maxin10sity mit der neuen Schöpfung „I‘mmortal“ und allen bisherigen Arbeiten sowie erstmals das Künstlerkollektiv Global Illumination samt der Show „Das Objekt des Geistes“. Unter 13 alten Bekannten finden sich unter anderem „Paperlife“ von Hauslaib Lichtwelten oder Reflections von Jesper Wachtmeister wieder auf der Schlossfassade. Die künstlerische Leitung hat wieder ZKM-Chef Peter Weibel. -red-/-cal-

 
 

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