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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. Juni 2018

Weltkirchenrat: Den Horizont ganz weit aufmachen

FREUDE: Der evangelische Dekan Thomas Schalla, Kirchenrätin Anne Heitmann, OB Dr. Frank Mentrup, Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh und der katholische Dekan Hubert Streckert. Foto: MMG

FREUDE: Der evangelische Dekan Thomas Schalla, Kirchenrätin Anne Heitmann, OB Dr. Frank Mentrup, Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh und der katholische Dekan Hubert Streckert. Foto: MMG

 

Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen 2021 in Karlsruhe / OB Mentrup und Landesbischof Cornelius-Bundschuh: Stolz, Gastgeber sein zu dürfen

Karlsruhe wird 2021 zum Zentrum der christlichen Welt. Mit der Ausrichtung der 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) betrete eine Stadt die Weltbühne, die die Chance nutzen wird, um Impulsgeberin für Begegnungen auf allen Ebenen und in aller Vielfalt zu sein, waren sich Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh und Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup beim Pressegespräch am Dienstag einig.

Große Freude herrschte über die Entscheidung der kirchlichen Dachorganisation, im 70. Jahr ihres Bestehens die alle acht Jahre stattfindende Vollversammlung erstmals überhaupt in Deutschland und hier in Karlsruhe abzuhalten. Verbunden mit viel Stolz, dass das „relativ kleine Karlsruhe“ sich für Deutschland und für Europa im Zentralkomitee des Weltkirchenrats Karlsruhe klar gegen Kapstadt durchsetzen konnte. Mit ihrer Einladung ins grenznahe Badische, in eine Stadt der Vielfalt sowie „Stadt des Rechts“ mit Tradition für religiöse Toleranz und Offenheit habe die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) in der Woche zuvor in Genf überzeugen können, berichtete Kirchenrätin Anne Heitmann, Mitglied des Zentralausschusses des ÖRK. Großes Plus seien die fußläufigen Verbindungen zum im Herzen der Stadt liegenden Kongresszentrum gewesen.

Karlsruhe ist damit 2021 an acht bis zehn Tagen Anfang bis Mitte September die ideale Gastgeberin für ökumenischen Dialog und Begegnungen. Für große Themen wie Gerechtigkeit und Frieden, Schöpfung und Umwelt, so Cornelius-Bundschuh. Gerade beim Thema Versöhnung würden die Gemeinden der Koreanischen Halbinsel auf Deutschland und seine Geschichte schauen, riss er ein Thema an. „Wir wollen uns gemeinsam als Christen positionieren und suchen daher immer wieder Wege für Kooperation und Konsens“, war er sich mit den Karlsruher Dekanen Thomas Schalla und Hubert Streckert einig.

Europa spürbar machen

Der ÖRK vereint 350 protestantische, orthodoxe, anglikanische und andere Kirchen, die zusammen mehr als 550 Millionen Christen in über 120 Ländern vertreten. Erwartet werden über 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter 750 Delegierte des ÖRK im Sinne eines „Kirchenparlaments“, 1.500 bis 2.000 Menschen, die im Bereich der Ökumene und ökumenischer Einrichtung tätig sind, aber auch Vertreter der katholischen Kirche als „Beobachter“ sowie kirchlich interessierte Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Welt. „Wir sind Repräsentanten Deutschlands und Europas und möchten den Gästen Europa spürbar machen“, betonte OB Mentrup. Zugleich „wollen wir das aufsaugen, was beispielsweise Menschen aus ihrer außereuropäischen Heimat mitbringen.

Und so den Horizont ganz weit aufmachen. Die Zeit bis 2021 werde man, betonte Mentrup, nutzen für ein Programmangebot, das sich mit dem des ÖRK verzahnt, für Dialog und Begegnung von Bürgerschaft und Gästen. Auf dass der ökumenische Impuls in der Stadt und über die Gästen in deren Heimatländern nachhallt. In den nächsten Monaten nimmt nun die Vorbereitung für die ÖRK-Vollversammlung global im ÖRK, national in der EKD und lokal durch die badische Landeskirche und Stadt Karlsruhe Fahrt auf, informiert der Landesbischof. Und damit die „gemeinsame Kraftanstrengung“ fortsetzten, die schon in der Bewerbungsphase viel Spaß gemacht und Menschen zusammengebracht habe, so Mentrup. -rie-

 
 

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