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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 31. August 2018

KOD: Polizei schätzt zuverlässige Truppe

WIE ÜBLICH ALS ZWEIERTEAM unterwegs sind die KOD-Beamten Stefan Rupp (l.) und Jens Schrödter. Mit Dienstwagen Henry. Um Präsenz zu zeigen, Kontakt zu halten, notfalls einzuschreiten. Foto: Schmid

WIE ÜBLICH ALS ZWEIERTEAM unterwegs sind die KOD-Beamten Stefan Rupp (l.) und Jens Schrödter. Mit Dienstwagen Henry. Um Präsenz zu zeigen, Kontakt zu halten, notfalls einzuschreiten. Foto: Schmid

 

Mit dem Karlsruher Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) auf Streife – eine Reportage

Mit der Stadtpolizei auf Streife in der Karlsruher Innenstadt. Jens Schrödter und Stefan Rupp sind das heutige Team. Sie gehören zu den 16 Außendienstmitarbeitenden des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD), offizielle Bezeichnung der Stadtpolizei, die sieben Tage die Woche auf Karlsruhes Straßen im Einsatz sind.

Ausgerüstet mit Weste, Taschenlampe, Handschuhen, Handschellen, Handdrucker und Pfefferspray steigen Schrödter und Rupp in ihren Dienstwagen. Der „Henry“ Getaufte bringt sie zum Werderplatz, ein beliebter Ort der Drogen- und Alkoholszene. „Es gibt nur zwei Möglichkeiten bei diesem Job. Entweder, man macht ihn gerne, oder man lässt es sein“, sagt Rupp, bevor er aussteigt. Um mit Schrödter auf eine Gruppe aus drei Männern zuzugehen, die es sich mit Bierflaschen und Süßigkeiten auf den Stufen der Johanniskirche gemütlich gemacht haben. „Bitte hier nicht auf der Treppe sitzen“, fordert Schrödter die Gruppe höflich auf, verweist auf das gleichlautende Schild an der Kirche.

Der drahtige 59-Jährige mit Bürstenhaarschnitt hat die Hände oben an der Weste eingehakt. Sollte es zum Angriff kommen, kann er so schnell sein Gesicht schützen. Diesmal bleibt alles ruhig, die drei räumen das Feld. „Wir versuchen, alle Bürger mit Respekt zu behandeln“, erklärt Rupp – und: „Wir halten den Kontakt zu der Szene, so lassen sich viele Konflikte entschärfen.“ Ein Blick in die öffentliche Toilette zeigt mehr als Alkoholkonsum. Im Fenster des Damen-WC sind gebrauchte Spritzen zu sehen. Gefaltete und verkohlte Alu-Folie, verschmiertes Toilettenpapier am Boden.

Nächste Station Friedrichsplatz. Elf Punks sitzen auf dem Rasen gegenüber des Naturkundemuseums, dazu Musik aus Boxen und Bier. „Ah der Holländer“, ruft Rupp der Gruppe zu. Ein großer Mann mit Bierbauch erhebt sich, sein einmal rötlicher Vollbart ist mit weißen Haaren durchsetzt. „Der Belgier“, schallt es von ihm mit holländischem Zungenschlag zurück. Den 1,85 Meter großen Rupp überragt er um einige Zentimeter. Die beiden kommen ins Gespräch. „Irgendwann habe ich mal erzählt, dass ich familiäre Wurzeln in Belgien habe, seither geht das so“, erklärt Rupp. „Wir sind immer froh, wenn der ‚Holländer‘ da ist. Denn was man mit ihm vereinbart, wird auch eingehalten“, ergänzt Schrödter.

Weiter geht es in die Fußgängerzone in der Kaiserstraße. „Schau mal Stefan, der ruft nach Dir“, sagt Schrödter mit Schalk. Ein roter Wagen steht mit eingeschaltetem Warnblinker an der Ecke zur Waldstraße. Rupp notiert sich das Kennzeichen, macht Fotos und druckt eine Verwarnung aus, die er an den Scheibenwischer hängt. Der Kollege sichert die Umgebung ab. „Ein guter Partner, auf den man sich blind verlassen kann, ist sehr wichtig“, betont Rupp. Immer öfter komme es wegen vermeintlicher Bagatellsachen zu Übergriffen. „Das gab es so früher nicht“, sagt Rupp. Dabei haben sich die Regeln nicht geändert. „Kein Handeln ohne ein Gesetz, kein Handeln gegen ein Gesetz“, sei die Maxime, so Schrödter. Wesentlich für den KOD ist Paragraf 31 des Landespolizeigesetzes. Die Aufgabenliste ist lang und umfangreich. Im Jahr können 10.000 Einsätze und mehr zusammenkommen. Auch die Polizei greift regelmäßig auf KOD-Unterstützung zurück.

Wie eng die Kooperation ist, zeigt sich, als der heranradelnde Polizeihauptmeister Andreas Ott kurz anhält und beteuert: „Das ist eine Truppe, auf die man sich verlassen kann.“ Schrödter und Rupp sind froh, beim KOD zu sein. „Davor war ich im Gartenbauamt tätig, ausschließlich für die Ordnung in den Grünflächen. Das war frustrierend, wenn man sich aus allem anderen heraushalten musste“, sagt Rupp. „Ich habe mich lange dafür eingesetzt, dass es in Karlsruhe einen KOD gibt und meinen Traumjob bekommen“, versichert der 49-Jährige mit leuchtenden Augen. -ds-

In loser Reihe vermittelt die StadtZeitung Eindrücke des Schaffens und Wirkens städtischer Beschäftigter: als Beispiel ihres Bereichs und der Vielfalt der Verwaltung.

 
 

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