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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. Oktober 2018

Kultur: Bühne für die „Queen of Punk“

VERTIEFEN LOHNT SICH: Kathy Acker im Kunstverein. Foto: Fränkle

VERTIEFEN LOHNT SICH: Kathy Acker im Kunstverein. Foto: Fränkle

 

„Get rid of meaning“: Kunstverein beleuchtet das Werk von Kathy Acker

Mit „Get rid of meaning“ präsentiert der Badische Kunstverein im 200. Jubiläumsjahr erstmals die amerikanische Avantgarde-Autorin Kathy Acker in einer Einzelausstellung.

Von Anfang der 1970er bis Ende der 1990er Jahre schrieb sie zahlreiche Romane, Essays, Gedichte und Novellen. Acker, die 1997 mit 49 Jahren starb, war Post-Punk-Feministin, erhob das Plagiat zur Kunstform. Angelegt ist die bis 2. Dezember laufende Schau als Rechercheprojekt. Den Kosmos der in der Undergroundszene New Yorks bis heute als Ikone verehrten, sonst eher unbekannten Künstlerin beleuchten Dokumente, Fotografien, Skizzen, Musik- und Audioaufnahmen sowie Videos und Bücher aus Ackers persönlicher Bibliothek ebenso wie ein dreitätiges Symposium (22. bis 24. November). Für die Öffentlichkeit fassbarer als ihre experimentellen Erzählungen war Acker als Kunstfigur.

Ein Identitätstausch, den in den 70er Jahren etwa schon Lynn Hershman Leeson als „Roberta Breitmore“ vollzog. Hershman Leeson ist im zweiten Teil der von Matias Viegener und Anja Casser kuratierten Präsentation ebenso vertreten wie weitere Künstlerinnen und Künstler, die Acker beeinflussten und umgekehrt. Kathy Acker war wütend. Angetrieben von ihrer Empörung angesichts „repressiver Geschlechterverhältnisse und eines kapitalistischen, patriarchalen Systems“ widersetzte sie sich in ihren Romanen stilistisch wie inhaltlich, provozierte mit ihrer rebellischen Existenz in Kunst und Leben gleichermaßen.  Ihre Ansätze seien zukunftsweisend gewesen, heißt es im Pressetext des Kunstvereins, sie hätten „die aktuellen Diskussionen um Geschlecht, Macht und Identität“ vorweggenommen. –red-/-maf-

 
 

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