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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. November 2018

Winterdienst: Künftig Agieren statt Reagieren

DER FUHRPARK ist einsatzbereit, Logistik und Salzvorräte optimiert, versprachen Bürgermeister Klaus Stapf und AfA-Chef Olaf Backhaus vor der neuen Wintersaison. Foto: Fränkle

DER FUHRPARK ist einsatzbereit, Logistik und Salzvorräte optimiert, versprachen Bürgermeister Klaus Stapf und AfA-Chef Olaf Backhaus vor der neuen Wintersaison. Foto: Fränkle

 

Die Stadt ist gut gerüstet für den nächsten Winter / Ausreichend Salzvorräte / Modernste Solesprüh-Fahrzeuge / Ganzjährig Optimierungen

„Trotz des Klimawandels nimmt die Stadt Karlsruhe ihre Verpflichtung zum Winterdienst ganzjährig (Überarbeiten von Einsatzplänen, Mitarbeiterschulung, Warten von Technik) ernst“ informierte Bürgermeister Klaus Stapf die Medien.

Für 2018/19 sicherte sich die Stadt laut Stapf neben eigenen Beständen von 1.500 Tonnen den Zugriff auf weitere 5.000 Tonnen. In der letzten Saison brauchte das Amt für Abfallwirtschaft (AfA) 1.800 Tonnen Salz, im strengen Winter 2009/2010 sogar 4.250 Tonnen. Wichtig ist Stapf Streuen nach dem Motto „so viel wie nötig, so wenig wie möglich, also den Spagat zwischen Sicherheit und Umweltschutz“ zu schaffen. Möglich machen das fünf „Solesprüher“, die Sole auf die Fahrbahn bringen. Diese Streutechnik ist bei Temperaturen von bis zu minus acht Grad effizienter (bei bis zu 70 Prozent weniger Festsalzeinsatz) und länger wirksam, da keine Wehverluste entstehen. Und sie verändert die Strategie des Winterdiensteinsatzes, „weg vom Reagieren zum Agieren“, so Stapf.

Hat der Wetterdienst etwa Eisregen angekündigt, oder kommen entsprechende Daten der städtischen Glättemeldeanlagen auf der B 36 und in Grünwettersbach, rücken die Mannschaften „präventiv“ aus, um glatte Straßen zu verhindern. Da alle 36 Großstreufahrzeuge mit der Thermomatentechnik ausgerüstet sind - mittels Infrarotsensor wird die jeweilige Oberflächentemperatur der Fahrbahn gemessen und so der Streumittelauswurf gesteuert - fallen nochmals bis zu 20 Prozent weniger Streumittel an. Zudem sollen Mitarbeiter und Fremdfirmen sie ökologisch, also sparsam einsetzen. Bis zu 500 Mitarbeitende mit etwa 200 Fahrzeugen räumen und streuen je nach Wetterlage zwischen 3 und 22 Uhr, sind sonst in Rufbereitschaft.

Im Fokus stehen Bundes- und Landes-, Hauptverbindungs¬straßen und Busspuren sowie Gefahrenstellen. Dann folgen verkehrswichtige Straßen, insgesamt 670 Kilometer. Nicht zu vergessen Straßenüberwege, Fußgängerüberführungen, Bushaltestellen, Treppenauf- und -abgänge, öffentliche Plätze. Für das 200 Kilometer lange Winter-Radwegenetz gibt es ein passgenaues Kleinfahrzeug. An die Anlieger appellierte AfA-Chef Olaf Backhaus Gehwege mit abstumpfenden Mitteln, keinesfalls Salz, werktags bis 7.30, sonn- und feiertags bis 9 Uhr und abends bis 21 Uhr zu bearbeiten und keine Gullys zu blockieren. Alle sollten vorausschauend fahren, Räder und Autos mit funktionsfähiger Beleuchtung und Winterreifen ausstatten. Fragen: Telefon 133-7082, Info:
www.karlsruhe.de/winterdienst.-cal-

 
 

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