Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 2. Februar 2018

150. Todestag: Das Beste für alle gewollt

STAATSMANN: Karl Mathy setzte für Baden Akzente. Foto: Stadtarchiv

STAATSMANN: Karl Mathy setzte für Baden Akzente. Foto: Stadtarchiv

 

Karl Mathy diente Baden

In der Südweststadt erinnert eine Straße an den Journalisten und zunächst linksoppositionellen Politiker, später führenden gemäßigten Liberalen Karl Mathy. Am 17. März 1807 in Mannheim geboren, starb Mathy als badischer Regierungschef vor 150 Jahren, am 3. Februar 1868, in Karlsruhe.

Nach dem Rechts-, Verwaltungs- und Finanzstudium in Heidelberg kam er 1832 zur Steuerdirektion nach Karlsruhe. Für mehrere Zeitungen schrieb er über die  Debatten der Zweiten Kammer.  Zuschauer beim Hambacher Fest, verhalf er seinem Schwager sowie weiteren verfolgten Teilnehmern zu Flucht, wurde 1833 aus dem Staatsdienst entlassen, floh 1835 in die Schweiz und kehrte 1840 nach Karlsruhe zurück. 1842 Abgeordneter der zweiten Kammer des badischen Parlaments, vermittelte er zwischen  gemäßigten und radikalen Liberalen, focht etwa für die Abschaffung der Zensur, unterstützte als Wirtschaftsspezialist aber auch die Regierung und entwickelte sich zum Realpolitiker.

Nach 1848 warb Mathy für ein vereintes Deutschland mit konstitutioneller Monarchie, für staatliche gesteuerte Handels- und Gewerbefreiheit, die Abschaffung von Zöllen, eine badische Bank, den Ausbau der Eisenbahn und eine Steuerreform zum Ausgleich zu große Besitzunterschiede. Als  Mitherausgeber der Deutschen Zeitung stritt er für den Ausbau des Deutschen Zollvereins zu einer politischen Institution und eine Volksvertretung beim Deutschen Bund.

Am 8. April 1848 veranlasste er die Verhaftung des Redakteurs der radikalen Seeblätter, Joseph Fickler, und löste damit den Heckeraufstand als Initialzündung für die badische Revolution aus.  Bis Mai 1849 Minister in der badischen Märzregierung, wirkte er danach als Abgeordneter in der Frankfurter Nationalversammlung. Nach 1854 Bankier, wurde er 1862 wieder badischer Finanz- und Handelsminister. Ab 27. Juli 1866  Präsident des Staatsministeriums, betrieb er den Anschluss Badens an den Norddeutschen Bund. Die zweite Kammer setzte unter Mathys  Regierung etwa das Recht zur Gesetzesinitiative, der Ministeranklage sowie die Pressefreiheit durch. -cal-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe