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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 2. Februar 2018

Daxlanden: Wohnen im Stadion

LEBEN IM EINSTIGEN STADION: In der früheren Heimspielstätte des FV Daxlanden soll bezahlbarer Wohnraum entstehen. Vereinsheim (rechts im Bild) und Grünwälle sollen dabei erhalten bleiben. Foto: Knopf

LEBEN IM EINSTIGEN STADION: In der früheren Heimspielstätte des FV Daxlanden soll bezahlbarer Wohnraum entstehen. Vereinsheim (rechts im Bild) und Grünwälle sollen dabei erhalten bleiben. Foto: Knopf

 

Bürgerbeteiligung zu Plänen für altes FVD-Stadion

Enorm war der Andrang bei der öffentlichen Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplan „August-Dosenbach-Straße 7 (August-Klingler-Areal) im Jugendtreff West. Auf dem Gelände des FV Daxlanden, der in die Fritschlach zieht, sollen 370 Wohnungen mit ein- bis fünf Zimmern entstehen.

Weiter vorgesehen sind Kita, Wohncafé, Altenpflegeeinrichtung und barrierefreie Wohnungen. Erhalten werden sollen das unter Denkmalschutz stehende Vereinsheim, die begrünten Stadionwälle und weitgehend der Baumbestand. Über den Bebauungsplan, der im beschleunigten Verfahren aufgestellt wird, informierte das Stadtplanungsamt die zahlreich versammelten Bürger. „Das Ziel ist es bezahlbaren und gut ausgestatteten Wohnraum zu schaffen, von der die gesamte Umgebung profitiert“, erläuterte Architekt Markus Neppl. Das Konzept umfasst zwei große Höfe in einer Grünstruktur mit einem Wegenetz als Durchwegung für den Stadtteil. Gärten, begrünte Dächer, zusätzliche Baumpakete, Spielplätze und Sitzbänke gehören ebenfalls zum Konzept. „Aus energetischen Gründen müssen wir relativ kompakt bauen. Wichtig ist es uns, dass es nicht anonym wird, gerade die gemeinschaftlichen Grünräume sind da ein wichtiger Aspekt“, so Neppl.

Beim Energiekonzept werden Photovoltaik und Fernwärme kombiniert. Von ursprünglich geplanten 420 Wohnungen wurde auf 370 reduziert (davon 60 ETW). Ein weiterer Pluspunkt des Areals sei die gute ÖPNV-Anbindung. Auch in Sachen Mobilität soll das Wohnprojekt, das von der Volkswohnung errichtet wird, in die Zukunft denken. E-Mobilität, Carsharing und Radschnellwege sind Eckpfeiler des Konzepts. Eine relevante Erhöhung des Verkehrslärms sei durch die Bebauung nicht zu erwarten, berichtete Ingenieurin Gutrun Bentele in ihrem Gutachten zum Schallimmissionsschutz.

Bei der Fragerunde stieß auf Kritik, dass eine Umweltprüfung bei dem Wohnprojekt nicht stattfindet. Sigrun Hüger (Stadtplanungsamt) betonte, dass artengerechte Belange nicht beeinträchtigt werden und klimatisch keine negativen Effekte zu erwarten seien. „Beim Luftaustausch findet keine Beeinträchtigung statt“, konstatierte Hüger. Neppl fügte hinzu, dass man was die Höhe anbelangt, weit unter der Hochhausgrenze bliebe und dass die Bauform ideal auf den Standort zugeschnitten sei. Kritisch wurde von einem Diskutanten die Zahl der Parkplätze (370) gesehen. Er sah darin ein Manko und zitierte eine Studie laut der fast ein Drittel der PKW-Fahrer einen Zweitwagen hätten. Wenn alles nach Plan läuft, könnten im Herbst 2019 die Bagger rollen (Bauzeit zwei bis drei Jahre). Zuvor wird der Entwurf jedoch noch für einen Monat öffentlich ausgelegt, wobei die Bürger Stellungnahmen abgeben können. -voko-

 
 

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