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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 2. Februar 2018

Kultur: Geballte Filmkunst mit eigener Note

DIE KINEMATHEK ist Schauplatz zweier Karlsruher Filmfestivals. Das  frühere Kommunale Kino Karlsruhe ging 1974 als anspruchsvolle Alternative zur gewerblichen Kinoszene an den Start. Archivfoto: Bastian

DIE KINEMATHEK ist Schauplatz zweier Karlsruher Filmfestivals. Das frühere Kommunale Kino Karlsruhe ging 1974 als anspruchsvolle Alternative zur gewerblichen Kinoszene an den Start. Archivfoto: Bastian

 

Karlsruher Festivals locken Cineasten / Saison-Start mit Stummfilmtagen

Roter Teppich, Blitzlichtgewitter, Stars und Sternchen in edlen Roben – Glamour à la Cannes, Venedig oder Berlin bieten die Karlsruher Filmfestivals nicht, dafür aber geballte Filmkunst mit spezifischer Note und beste Unterhaltung.

Das Stummfilm-Festival eröffnet traditionell die Saison, es akzentuiert Klassiker der Filmgeschichte mit Live-Musik. Vom 14. bis 18. März steht die 16. Ausgabe der Reihe nach 2017 erneut im Zeichen des Regisseurs Friedrich Wilhelm Murnau. Auf dem Programm stehen „Der letzte Mann“ oder „City Girl“ und als Höhepunkt die Aufführung des Südseemelodrams „Tabu“, das vom „Trio Contraste“ aus Karlsruhes Partnerstadt Temeswar mit Auftragsarbeiten der Komponistin Violeta Dinescu begleitet wird. Spielorte sind der Stephanssaal und das Studio 3 der Kinemathek.

Eine große Auswahl unabhängiger Filmproduktionen erwartet Cineasten bei den Independent Days vom 18. bis 22. April in der Schauburg. Was bei einem der bedeutendsten Festivals Europas über die Leinwand flimmert entsteht außerhalb großer Filmstudios oder TV-Stationen bei geringem Budget. Aus über 1.000 Kurz- und Langfilmen picken sich die Macher die kreativsten Einreichungen heraus. Eine Jury vergibt Auszeichnungen im Wert von insgesamt 10.000 Euro in zehn Kategorien, darunter auch den von der Stadt Karlsruhe gestifteten, mit 1.500 Euro dotierten Publikumspreis namens „Goldene ID“.

„Klein, aber fein und ambitioniert“- so adelt die nationale Presse das deutschlandweit einzigartige Dokumentarfestival dokKa, das Filme, Radiostücke und Installationen kombiniert. Fünf Tage lang (30. Mai bis 3. Juni) wird ungeschminkte Realität zugemutet – mal ernst und erschütternd, mal skurril und erheiternd. Seine besondere Note erhält das in der Kinemathek und in Off-Locations laufende Festival durch persönliche Begegnungen mit Filmschaffenden im eigens eingerichteten dokKa-Zelt. Beim Todd-AO 70mm Festival lassen sich Kinofilme in nahezu vergessenen analogen, superbreiten und hochauflösenden Bild- und Tonformaten erleben. Die 14. Auflage findet voraussichtlich im September in der Schauburg statt. Mit seinen Kronleuchtern, den Plüschsesseln und der tiefgewölbten XXL-Bildwand des großen Saals bietet das Kult-Kino den passenden Rahmen.

2011 hatte das 3D-Festival BEYOND als weltweit erstes internationales Kunst- und Medienfestival seiner Art im ZKM Premiere. Mit Beiträgen aus Wissenschaft, Technologie und Kunst stellt es eine Zukunft vor, die bereits begonnen hat. Vom 4. bis 7. Oktober gibt es für Freunde des Genres unter anderem Gelegenheit zum Besuch des Symposiums „Future Design“, in dem internationale Vordenker zu Wort kommen. Die Pride Pictures - 25. Queer Film Festival - werden in diesem Jahr bereits ein Vierteljahrhundert alt. Die früheren Lesbisch-Schwulen Filmtage stellen von 13. bis 21. Oktober in der Kinemathek, Studio 3 Spiel- und Dokumentarfilme internationaler Filmschaffender mit überwiegend gesellschaftlicher Relevanz vor. -red-/-maf-

 
 

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