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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. Februar 2018

KIT im Rathaus: Strom aus Sonnenbrille

Das Zentrum Energie stellt seine spannende Arbeit vor

Eine Sonnenbrille, die Strom produziert: Dr. Alexander Colsmann, Gruppenleiter Organische Photovoltaik beim Lichttechnischen Institut des KIT demonstrierte dieser Tage bei einem Vortrag im Rathaus, welche umweltfreundlichen Möglichkeiten zur künftigen Energieerzeugung bestehen und diejenigen, die am KIT erforscht werden.

Seine Einrichtung gehört zum Zentrum Energie des KIT, das sich und seine Aufgabenstellungen vorige Woche im Rahmen der Veranstaltungsreihe „KIT im Rathaus“ der Öffentlichkeit präsentierte. Das KIT-Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale hatte vor dem Bürgersaal des Rathauses eine Ausstellung mit Infotafeln und -ständen aufgestellt, an denen das Zentrum Energie seine Arbeit vorstellte. So etwa auch mit den Organischen Solarzellen, die Colsmann und seine Kollegen erforschen. Diese nachhaltig und giftfrei zu produzierenden Zellen sind nur wenige Nanometer dünn und können durchsichtig sein. Sie können beliebig gebogen werden und haben daher sehr viele Einsatzmöglichkeiten. Von der Sonnenbrille bis hin zu ganzen Hochhausfassaden. Oder auch als „Lichttapeten“. So wie sie elektrische Energie erzeugen können, ist es mit ihnen auch möglich, Licht mit sehr wenig Energieeinsatz zu produzieren. In manchen Smartphones ist diese Möglichkeit bereits genutzt.

Colsmann war einer der Referenten beim Vortragsabend im Bürgersaal zur Energie der Zukunft, zu der Bürgermeister Klaus Stapf Vertreter des KIT und des Zentrums Energie begrüßte. Stapf freute sich darüber, dass der Saal voll war und damit die Karlsruherinnen und Karlsruher ihr Interessen an Fragen der Energiewende demonstrierten. Der Umweltdezernent betonte, dass die Energie von morgen ein wesentliches Thema sein. Dies bestätigte auch Prof. Dr. Oliver Kraft, der Vizepräsident Forschung des KIT. Er wies darauf hin, dass zur Umkehr des Klimawandels demnächst auch CO2 aus der Atmosphäre zurückgeholt werden müsse. Kraft wie der Sprecher des Zentrums, Prof. Dr. Thomas Schulenberg, bestätigten, dass man auch an der Fusion als Zukunftsenergie forscht.

Schulenberg schilderte, dass das Zentrum jährlich 250 Millionen Euro in seine Forschungen investiert, ein Viertel der KIT-Forschungsmittel. Etwa auch in das Karlsruher „bioliq“-Verfahren zur Erzeugung von Synthese-Kraftstoffen. Teil des Zentrums ist auch das Helmholtz-Institut Ulm, das Speicher für eine nachhaltige Energieversorgung erforscht. Etwa für leistungsfähigere Elektrofahrzeug-Batterien. Der Leiter Prof. Dr. Maximilian Fichtner stellte dieses Projekt vor. -erg-

 
 

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