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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. Februar 2018

Gemeinderat: Aufgabe nur gemeinsam zu schaffen

SOLL AUSGEBAUT WERDEN: Das Parzival-Zentrum in Hagsfeld zählt zu Karlsruhes neuen Projekten für mehr Kita-Plätze. Foto: Fränkle

SOLL AUSGEBAUT WERDEN: Das Parzival-Zentrum in Hagsfeld zählt zu Karlsruhes neuen Projekten für mehr Kita-Plätze. Foto: Fränkle

 

Drei neue Kita-Projekte für weiteren Ausbau beschlossen / Nahezu Vollversorgung bei Ü3- und halbe Bedarfsdeckung bei U3-Plätzen in Sicht

Einstimmig votierte der Gemeinderat für einen weiteren, laut Prognose unvermindert darüber hinaus notwendigen Ausbau von Kita-Plätzen. Konkret geht es um 94 U3-Plätze und 112 für Drei- bis Sechsjährige in Hagsfeld (Erweiterung im Parzival-Zentrum), Rintheim (Neubau, Technologiepark), Wolfartsweier (Neubau, Steinkreuzstraße).

Die Einrichtung im Hagsfelder Parzival-Zentrum mit fünfeinhalb Gruppen soll um ein zweites Stockwerk und zwei altersgemischte Gruppen erweitert werden. In Rintheim plant der Träger Kind und Beruf ein neues Bildungshaus mit 60 U3- und 60 Ü3-Plätzen (2019/20), zum Ausgleich wird Technido im Technologiepark von 90 auf 60 reduziert. In Wolfartsweier übernimmt AcadeMedia 24 U3- und 32 Ü3-Plätze, die der Bauträger SÜBA Bauen und Wohnen Karlsruhe errichtet.

Mit weiteren entstehenden Kapazitäten, die der Gemeinderat schon zuvor gebilligt hatte, sowie solchen in Tagespflege und Spielgruppen steigert Karlsruhe sein Angebot enorm: Für voraussichtlich jedes zweite Kind (50,7 statt aktuell 35,4 Prozent) unter drei und sogar 94,2 Prozent (87,6) der Mädchen und Jungen von drei Jahren bis zum Schuleintritt können dann Plätze bereitgehalten werden.
Wie überall in Westdeutschland, erinnerte Sozialbürgermeister Martin Lenz, bestand Anfang des Jahrhunderts noch große Unterversorgung. Um nicht nur der Nachfrage hinterherzujagen und entgegenzuwirken, wie hier geschehen, ließ die Verwaltung eine Prognose erstellen und legte diese vergangenen November dem Jugendhilfeausschuss vor. Das fand großen Anklang.

„Die privaten Träger nehmen uns sehr viel ab, aber wir können diese große Anstrengung nur gemeinsam schaffen“, erklärte Bettina Meier-Augenstein (CDU) in der Debatte. Die nächstes Jahr oder später verfügbaren Einrichtungen kämen für heute Suchende zu spät, das zu erwartende Defizit sei schon länger bekannt. Ausdrückliches Lob und „volles Vertrauen, dass uns das gelingen wird“, hatte Irene Moser (SPD). Schon wegen bald erreichter Ü3-Vollversorgung attestierte Max Braun (KULT) Karlsruhe inzwischen Vorbildfunktion. Nun gelte es, genug Fachkräfte zu gewissen. Vor allem Raummangel sah Karl-Heinz Jooß (FDP), Dr. Paul Schmidt (AfD) die Notwendigkeit, flächendeckend auszubauen.

„Wir müssen beschleunigen, Konzepte verschärft entwickeln“, mahnte Renate Rastätter (GRÜNE) an und sprach von Herkulesaufgaben: Fachkräftemangel, Kita-Gebühren („Eltern nicht noch mehr belasten“) und Träger-Breite. OB Dr. Frank Mentrup erinnerte an die Zusage, den kommunalen Kita-Anteil halten zu wollen. Mit Prognosen sei verantwortungsbewusst umzugehen, und es stimme nicht, „dass wir den Eltern über Gebühr in die Tasche greifen“. Diese besäßen zudem eine große Wahlfreiheit. -mab-

 
 

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