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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. Februar 2018

Gemeinderat: Bisher schnellste Schildkröte

DIE RENNBUCKEL-REALSCHULE gehört zu den sieben Schulen, deren Erfahrungen in die Erarbeitung des Projektberichts eingeflossen sind. Hier erhalten bereits sieben Klassen i-Pad-basierten Unterricht. Foto: Fränkle

DIE RENNBUCKEL-REALSCHULE gehört zu den sieben Schulen, deren Erfahrungen in die Erarbeitung des Projektberichts eingeflossen sind. Hier erhalten bereits sieben Klassen i-Pad-basierten Unterricht. Foto: Fränkle

 

Plenum für rasche Umsetzung / Projektbericht kann Prototyp für andere Kommunen sein

Einstimmig billigte der Gemeinderat am 20. Februar das Konzept zur Digitalisierung der Karlsruher Schulen. Damit bekam die Verwaltung den Auftrag, das Geld für die einzelnen Ausbaustufen in die kommenden Haushalte einzuplanen. „Wir stehen bereit, uns mit der Landesregierung zu beteiligen, vom Bund kommt auch etwas. Nun geht es darum, die nächsten Schritte zu definieren“ war OB Dr. Frank Mentrup stolz, dass „unser Projektbericht Prototyp für andere Kommunen sein kann“.

Wie er dankten auch Detlef Hofmann (CDU) sowie der gesamte Rat der Projektgruppe.  Hofmann stellte sich voll hinter das „wichtige Thema“, warnte aber vor „großer Euphorie“, verlangte, dass „die Lehrer mitwachsen“ und bewertete die „Grundausrüstung von drei Geräten pro Raum kritisch“. Einzelne Projekte könne man  gleich besser ausstatten. Für die SPD begrüßte Sibel Habibovič  „das Konzept für die ganze Schullandschaft“, wollte, dass die „Lehrkräfte angemessen vorbereitet werden“, was Landesaufgabe sei, und hoffte auf Förderprogramme.

Ekkehard Hodapp (GRÜNE) forderte zur Umsetzung („unter den Schildkröten sind wir bisher die schnellste“) des „wichtigen, überfälligen und kostenintensiven Konzepts eine professionelle Support- (Unterstützungs-) struktur, denn bisher hielten computeraffine Lehrer unter Selbstausbeutung die Schulen am Laufen“. Individuelle Schulunterstützung, Prioritäten, also zuerst die Schaffung der Infrastruktur sei wichtig.  “Eine kontinuierliche Umsetzung und einen strukturierten Einstieg“ wünschte sich Erik Wohlfeil (KULT). Mit dem Ziel, den Unterricht über digitale Geräte zu vereinfachen und die Schüler „auf den Umgang mit der digitalen Gesellschaft vorzubereiten“. Dazu gehörten ausreichender Support und sofort mehr Endgeräte.  Für „nicht ambitioniert genug für den desolaten digitalen Zustand“ “ hielt Tom Høyem (FDP) dagegen das Konzept.

Die Schulen bräuchten keine zentralen Ausstattung mit Endgeräten, sondern Flexibilität,  „sollen selbst bestimmen, wie sie die Informationen holen wollen“. Die  Software müssten Pädagogen und nicht Ingenieure entwickeln, ebenso wie „richtige Fachinformatiker vor Ort  Betreuung und Wartung übernehmen“. Für Die Linke verlangte  Niko Fostiropoulos „ein großes Programm, Lehrer zu schulen, notwendig sind enorme Anstrengungen“. Friedemann Kalmbach (GfK) plädierte für “professionelle Unterstützung mittels personeller Aufstockung“. OB Mentrup forderte abschließend, „dass die anderen Partner zu Potte kommen, um jedes Jahr ein ausreichendes Budget zu haben“. Bei Cloud-Lösungen seien die Informationen von jedem Gerät anwählbar. Die Kommune könne die Wartung der Endgeräte nicht komplett übernehmen. -cal-

 
 

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