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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 2. März 2018

NEU-Stadt: Die eigene Stadt neu entdecken

URBANE MYTHEN: Auch in ein Brettspiel über Karlsruhe floss das lokale Wissen der Projekt-Teilnehmer ein. Foto: Knopf

URBANE MYTHEN: Auch in ein Brettspiel über Karlsruhe floss das lokale Wissen der Projekt-Teilnehmer ein. Foto: Knopf

 

Künstler entwickeln mit Bürgern einen Spiel-Prototyp für ungeahnte Perspektiven

Stadt als Spielraum begreifen und den Blick neu fokussieren: die Idee der „urbansupergroup“, die kürzlich einige Tage in Karlsruhe verbrachte. Den Spiele-Entwicklern aus Berlin geht es darum, auf spielerische Weise eine andere Sicht auf die eigene Stadt zu erhalten. „NEU-Stadt!“ heißt der Spiele-Prototyp, den das Künstler-Kollektiv gemeinsam mit „Locals“ entwickelte.

Sieben soziokulturelle Zentren kooperieren mit den Hauptstädtern. Neben dem Tollhaus in der Oststadt zählen unter anderem Stätten im badischen Pforzheim, in Esslingen und Ulm zu den Partnern.

Zunächst gab es eine umgekehrte Stadtführung. Statt eines Guides übernahmen Besucher das Kommando und führten die Gruppe zu Karlsruher Plätzen, die für sie von Bedeutung sind – abseits von Mainstream-Touristik-Zielen wie Pyramide oder Schloss. Zudem wurde ein Brettspiel über die Fächerstadt entwickelt, das mit Insider-Informationen und urbanen Mythen der Einheimischen gefüttert wurde. Ein alternativer Reiseführer und eine Theater-Performance zählen ebenfalls zum Portfolio der Kreativen. „Wir haben viel Jugendstil gesehen und spannende Geschichten erlebt“, berichtete Karsten Drohsel von der „urbansoupergroup“.

Wer wusste schon, dass kaiserliche Truppen zeitweise in Baden gewesen sein sollen, um sich in den Rheinauen auf Hitze und Klima in Afrika vorzubereiten. „Solche Stories interessieren uns ebenso wie Industriegeschichte oder beispielsweise, wo der erste Kuss stattgefunden hat. Durch Rollenspiele sollen die Bürger ihre Stadt anders erleben. Spaß ist der Treibstoff dafür“, sagte Spieleentwickler Daniel Boy. -voko-

 
 

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