Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Januar 2019

Stadtarchiv: Reise in die Vergangenheit

Manfred Koch (l.) und Albert Käuflein mit Neuerscheinungen. Foto: Fränkle

Manfred Koch (l.) und Albert Käuflein mit Neuerscheinungen. Foto: Fränkle

 

Stadtarchiv legt Neuauflage und sechsten Band stadthistorischer Beiträge vor

Mit der Neuauflage der Erinnerungen der Zeitzeugin Hannah Meyer-Moses „Reise in die Vergangenheit“ und dem sechsten Band des „Blickes in die Geschichte“ stellte Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein kürzlich zwei druckfrische Publikationen des Stadtarchivs vor.

Die heute 91-jährige und nicht mehr reisefähige Überlebende des Lagers Gurs, Meyer-Moses, hatte der unveränderten Auflage ihres Buches auf Bitten Burkhard Gaulys von der Katholischen Fachschule Agneshaus zugestimmt, um es als wichtiges Zeugnis Karlsruher Erinnerungskultur „über ihre Lebenszeit hinaus zu sichern“, so Käuflein.

Im Agneshaus schilderte die Tochter eines jüdischen Rechtanwaltes oft wie im Buch ihre Deportation, den Alltag im Lager Gurs und die Stationen ihrer Flucht in die Schweiz. In dem 112-seitigen, bebilderten Band, erschienen zum Preis von zwölf Euro im Verlag Regionalkultur, gelingt es ihr aus Kinderperspektive realitätsnah nationalsozialistisches Unrecht darzustellen und einzelne Menschen, Episoden und Geschichten hervor zu heben.

„Als wir vor 30 Jahren den Blick in die Geschichte konzipierten, wussten wir noch nicht, dass wir es bis zum sechsten Band bringen würden“, resümierte Dr. Manfred Koch als langjähriger Herausgeber und Redakteur. Verlegt hat die Karlsruher stadthistorischen Beiträge als Forum für Stadtgeschichte und Kultur der Jahre 2013 bis 2018 mit 331 Seiten der Info-Verlag. Gesammelt werden dort die monatlich in der StadtZeitung in einer Beilage erscheinenden stadthistorischen Themen.

Das sind aktuell 59 Aufsätze, 20 Biografien und 20 Carlsruher Blickpunkte auf spezielle Orte. Zu letzteren zählt etwa Max Laeugers Statue Pallas Athene im Ehrenhof des KIT, geschaffen für die Gefallenen Universitätsangehörigen des Ersten Weltkrieges. Aufsätze widmen sich beispielsweise der Zerschlagung der freien Gewerkschaften 1933 oder dem Japangarten, porträtiert werden der erste Bürgermeister Johannes Sembach oder die SPD-Politikerin Hanne Landgraf. In fünf Jahren solle es den nächsten Blick geben, denn es gebe immer wieder interessante Themen eröffnete Koch. -cal-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe