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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. Februar 2019

Ehrenamt: Fürsorge am Lebensabend

DIANA STUDT: „Die Tiere sind unglaublich dankbar, wenn man sich um sie kümmert“. Foto: AfSta/Strobel-Heck

DIANA STUDT: „Die Tiere sind unglaublich dankbar, wenn man sich um sie kümmert“. Foto: AfSta/Strobel-Heck

 

Diana Studt: AG Tierschutz gibt alten und kranken Nutztieren ein Zuhause

Eine kleine Schar schnatternder Gänse begrüßt die Gäste des Tierschutzhofs am Ortsrand von Berghausen. Für sie gibt es hinter ihrem Gehege einen Weiher mit einer Brutinsel. Ein paar Hühner laufen quer über den Weg.

Auf der rechten Seite tummelt sich eine Pferdegruppe in der eingezäunten Koppel. Ein Wallach zieht ein Bein nach. „Das ist Diadem. Er hat früher als Dressurpferd gearbeitet.“, erzählt Diana Studt, die meistens donnerstags die Tiere versorgt. Vermutlich hatte er einen Schlaganfall und das Gefühl in der rechten Körperhälfte verloren. Hätte ihm der Verein AG Tierschutz Pferde & Co e. V. kein neues Zuhause gegeben, wäre sein Schicksal ungewiss gewesen. Viele Tiere werden sogar vor dem sicheren Tod, dem Schlachthof, gerettet.

Zurzeit leben 45 Tiere auf dem Hof. Alle haben ein trauriges Los hinter sich. Das kleine Pony Dandy leidet unter einer Stoffwechselerkrankung. Die Eselin Lucia hat ihre frühere Besitzerin aus Altersgründen weggeben müssen. Mehrere Katzen streifen über das Gelände. Einige sind alt oder brauchen dauerhaft Medikamente. Im Kaninchenstall mümmeln einige Hasen vor sich hin. Sie alle werden gut versorgt und dürfen auf dem Gnadenhof ihren Lebensabend verbringen.

Am liebsten mag Diana Studt die Ziegen. Manche sind scheu und lassen sich nicht gerne anfassen. Mit viel Geduld musste sie das Vertrauen der Tiere erst gewinnen. Andere sind neugierig und wollen gestreichelt werden. Der Bock August ist der Chef. „Kürzlich haben wir Zuwachs bekommen“, freut sie sich. Das Veterinäramt hatte einem Hof die Schließung angedroht. Tierliebe Nachbarn hatten Geld gesammelt und fünf Ziegen zum Schlachtpreis ausgelöst. Eine der neuen Ziegen hat Zwillinge zur Welt gebracht. Für 30 Schafe gab es keine Rettung vor dem Schlachthof.

„Natürlich gibt es viel Arbeit und Dreck“, berichtet die Umweltingenieurin. Ihr beruflicher Büroalltag ist ein markanter Kontrast zu ihrem freiwilligen Engagement.
Die Tiere geben ihr sehr viel. Sie lassen Dankbarkeit spüren. Vor allem die Pferde sind sehr sensibel. Sie merken, wenn es jemandem schlecht geht und spenden Trost. Für Diana Studt ist die Arbeit auf dem Hof ein Ausgleich zu den täglichen Anforderungen, auf den sie nicht mehr verzichten möchte.

Zu tun gibt es sehr viel, nicht nur Stallarbeit. Der Verein veranstaltet jedes Jahr saisonale Feste. Das nächste ist kurz vor Ostern. Für Kinder werden erlebnisreiche Kurse und Aktionen organisiert. Es gibt eine Kreativgruppe, die Osterkörbe und andere Dekorationsgegenstände zum Verkauf bastelt oder alte Gummistiefel zu Blumentöpfen umgestaltet. Plakate, Flyer und die Internetseite müssen gestaltet werden. Wer mag, kann sich ein Tier aussuchen und eine Patenschaft übernehmen, um es zu besuchen und versorgen. „Wenn sich jemand finden würde, der im Umgang mit Pferden erfahren ist und ihnen mit spielerischer Bodenarbeit eine sinnvolle Beschäftigung bieten könnte, wäre ihnen sehr geholfen“, hofft Diana Studt. -RSH-/AfSta

Einsatz auf vielen Feldern

Der gemeinnützige Verein AG Tierschutz Pferde & Co e. V. wurde vor 15 Jahren in Durlach gegründet. Er nimmt alte, kranke und misshandelte Nutztiere auf, die artgerecht gehalten werden und arbeitet mit Tierärzten, Schmieden, Huforthopäden und anderen Fachkräften zusammen. Er finanziert sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge, Spenden und durch den Verkauf von Essen, Getränken und selbst hergestellten Gegenständen bei Veranstaltungen. Der Verein hat etwa 30 Mitglieder und sucht Ehrenamtliche, die auf vielen Feldern mithelfen Internet: agtierschutz.wixsite.com/pfinztal.

Das Büro für Mitwirkung und Engagement des Amts für Stadtentwicklung vermittelt ehrenamtliche Tätigkeiten. Weitere Angebote sind im Internet unter www.karlsruhe.de/bme zu finden. Persönliche Gespräche können unter Telefon 0721/133-1212 oder per E-Mail an bme@afsta.karlsruhe.de vereinbart werden.

 
 

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