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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. Februar 2019

Grötzingen: Strategien für lokale Klimahilfe

Rund 50 Bürgerinnen und Bürger erarbeiteten jüngst bei einem Ideencafé zum Auftakt des Beteiligungsprojekts „Klimaschutz in Grötzingen“ lokale Strategien für den Kampf gegen Erderwärmung und Klimawandel.

Vorschläge wie ein Grötzinger Klimaschutzpreis oder Initiativen zum nachhaltigen Leben sollen nun Arbeitskreise aus Ehrenamtlichen und Ortschaftsräten realisieren. „Klimaschutz darf nicht von oben nach unten angeordnet, sondern muss vor Ort umgesetzt werden“, begründete Ortsvorsteherin Karen Eßrich die mit der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) sowie dem Amt für Umwelt- und Arbeitsschutz (UA) organisierte Veranstaltung.

Begleitet und unterstützt werden soll das städtische Klimaschutzkonzept. Stadtweit relevante Ideen waren neue Maßnahmen gegen Wohnungsleerstand, um Neubauten und weitere Versiegelung zu vermeiden, sowie ein Pilotprojekt für kostenlosen Nahverkehr. Ferner ging es um Strategien zu den Schwerpunkten „Mein Haus, mein Garten, meine Wohnung“, „Nachhaltige Lebensweise“ und „Klimaanpassung“. Über „so viele und qualifizierte Vorschläge zum Erreichen der Klimaziele“ freute sich KEK-Geschäftsführer Dirk Vogeley.

Klimaneutrale Stadtverwaltung bis 2040, klimaneutrale Stadt bis 2050: Das sind Karlsruhes große, nur mit der Bürgerschaft gemeinsam zu erreichende Ziele. Der Handlungsbedarf sei enorm, betonte Vogeley: „Den Klimawandel kann niemand mehr ernsthaft bestreiten.“ Das Gleiche gelte für den Zusammenhang zwischen dem Verbrauch fossiler Energien wie Kohle, Öl, Erdgas und dem dadurch wachsenden Ausstoß des Treibhausgases CO2 als Motor der Klimaerhitzung.
„Momentan kann noch niemand überschauen, was der Klimawandel noch für Auswirkungen haben wird“, warnte UA-Leiter Norbert Hacker.

Dass das vergangene Jahr Karlsruhes wärmstes seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war, wertete er als Bestätigung eines Trends mit immer mehr Hitzetagen, tropischen Nächten, Extremniederschlägen. Folgen sind zunehmende Schäden durch Naturkatastrophen, neue Gesundheitsgefahren sowie Schädlingsbefall durch eingeschleppte Tierarten. „Der Kampf gegen den Klimawandel muss auch mit ökologischen Maßnahmen auf lokaler Ebene geführt werden“, appellierte Hacker.

So komme ein Umwandeln von Vorgärten in Kiesareale ökologisch einer „Vergewaltigung des Bodens“ gleich. Vielmehr sollten sie mit speziellen Blumen und Sträuchern als Insektenwohnzimmer gestaltet werden. Zudem könnten sich alle ehrenamtlich um das Bewässern von Straßenbäumen kümmern oder am Bekämpfen von Neophyten wie der Ambrosia-Pflanze beteiligen. -red-

 
 

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