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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. Februar 2019

Kultur: Recht gibt viele Themen vor

IN GRÖTZINGEN wird im Mai die neue Stadtteilbibliothek eröffnet , in der zweiten Jahreshälfte folgt die Übergabe das Kunsthauses N6. Dazu kommen weitere Gebäude für die Kunst.  Foto: Fränkle

IN GRÖTZINGEN wird im Mai die neue Stadtteilbibliothek eröffnet , in der zweiten Jahreshälfte folgt die Übergabe das Kunsthauses N6. Dazu kommen weitere Gebäude für die Kunst. Foto: Fränkle

ZU EINER JAHRESPRESSEKONFERENZ  luden Dr. Susanne Asche und Kulturbürgermeister  Dr. Albert Käuflein erstmals ein. Foto: Fränkle

ZU EINER JAHRESPRESSEKONFERENZ luden Dr. Susanne Asche und Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein erstmals ein. Foto: Fränkle

 

Neue Bibliotheken und Bauten

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Als Leitmotiv über den städtischen Kulturaktivitäten der Residenz des Rechts steht im 70. Jahr des Grundgesetzes sein erster Satz. Und, das machten Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein und Amtleiterin Dr. Susanne Asche bei ihrer Jahrespressekonferenz klar: „Kultur ist kein Selbstzweck, sondern hat gesellschaftsbildende Kraft.

Das ist unser Auftrag“. Auch um „zentrifugalen gesellschaftlichen Kräften“ entgegen zu wirken, so Käuflein. Er hob die „Notwendigkeit von Spitze und Basis“ hervor und freute sich über den „grundsätzlichen Konsens über die Kultur in der Stadtpolitik und das solidarische Miteinander aller Akteure. In eine Stadt, in der mit dem Privilegienbrief oder der badischen Verfassung 1818 Demokratiegeschichte geschrieben wurde, im Jahr von 100 Jahren Frauenwahlrecht und Weimarer Verfassung, passe das Thema Recht.

Fortgeschrieben werden solle auf dieser Basis das städtische Kulturkonzept von 2014 nach intensiven Diskussionen, etwa beim Kulturfrühstück oder in einem Workshop, denn „die Gesellschaft hat sich in den letzten fünf Jahren verändert“. Außerdem stehen aktuell Raum und Räume für Kultur sowie die Digitalisierung im Fokus, informierte Asche.

Unter den Rechtsschwerpunkt fallen die Wochen gegen Rassismus vom 15. bis 31. März, getragen von 100 Initiativen. Für den 11. und 12. April ist die Tagung „Verfassungsjubiläen 1818/1819, 1919, 2019“ terminiert. Den Höhepunkt bildet am 24. und 25. Mai das Verfassungsfest. Vom 13. Juli bis 20. Oktober präsentiert die Städtische Galerie die Schau „Tradition und Aufbruch. Nachkriegskunst in Karlsruhe“ und Mitte November folgt das Stadtmuseum mit „Karlsruhe in der Weimarer Republik“. In letzterem wird nach der Finissage am 14. April die aus dem Jahr 1998 datierende Dauerausstellung abgebaut.

Danach, und das fällt dann unter „Raum und Räume“, steht die überfällige und bereits im Hochbauamt vorbereitete Sanierung des Prinz-Max-Palais (PMP) an. Zwar sollen Stadt- und Literaturmuseum sowie die Kinder- und Jugendbibliothek vorläufig dort bleiben, aber das Haus werde auch für andere kulturelle Nutzungen geplant. Stimmt der Gemeinderat zu, entsteht auf dem Kronenplatz ein reines Bibliotheksgebäude. Dann könnten „die PMP-Kultureinrichtungen neu sortiert werden“, stellte Käuflein in Aussicht. Ende des Jahres gibt es eine neue Leitung für das Stadtmuseum, die vor dem Hintergrund innovativer Museumskonzepte, wie sie etwa in der 68er-Ausstellung erprobt wurden oder sie das Landesmuseum angeht, eine neue Dauerausstellung erarbeiten soll.

Abgebaut werden wegen der Sanierung auch die Skulpturen rund um das Staatstheater, die neue Orte brauchen. Aufgewertet wird gegen Jahresende die Kaiserpassage mit einem Kulturhaus für Kinemathek und Jazzclub nach dem Umbau der Räume des Kurbelkinos. Zuvor bekommt das Jugendorchester neue Probenräume in der Nordweststadt. In Grötzingen öffnet in diesem Zeitraum das Kunsthaus N6. Bereits im Mai geht die neue Stadtteilbibliothek an den Start, die in Mühlburg folgt im Herbst. Auch im Alten Schlachthof tut sich viel: Der Bau des Hauses der Produktionen schreitet voran, Räume werden neu belegt, die Fleischmarkthalle wieder eröffnet.

Der Neubau des Wachstums- und Festigungszentrums ist im März fertig und es ist Baubeginn für den Zwillingsbau. Dazu kommen die Förderung vieler künstlerischer Projekträume und Hilfe bei der Suche von Ateliers, auch auf dem Schlachthof. Eine Umfrage des Amts für Stadtentwicklung soll die Nutzung kultureller Einrichtungen und Angebote klären helfen. Digitalisiert werden weiter die Bestände von Stadtarchiv und die der Städtischen Galerie. Außerdem gibt es Überlegungen für eine Bewerbung Karlsruhes als UNESCO City of Media Artes, „für die wir viele Institutionen vereinen können“, kündigte Asche an.

50 Jahre Städtepartnerschaft mit Nottingham werden auch mit Musik und Theater aus dem Hochschulbereich, von der Trent University und dem KIT, gefeiert. Gearbeitet werde zudem bereits an den Europäischen Kulturtagen 2020, mit denen die Stadt zu Europa einladen will. -cal-

 
 

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