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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. Februar 2019

100 Jahre Bauhaus: Wegweisende Bausteine der Moderne

 

100 Jahre Bauhaus das ganze Jahr Thema / Broschüre mit allen Aktivitäten liegt aus

Mit herausragenden Bauten aus der Bauhauszeit und der Moderne kann auch Karlsruhe punkten. Zum 100. Jubiläum der wegweisenden Architektur- und Kunstschule, die Walter Gropius im April 1919 in Weimar gegründet hatte, später weiter geführt als Hochschule für Gestaltung in Dessau und schließlich von den Nazis 1933 geschlossen, bieten Karlsruher Einrichtungen Ausstellungen, Führungen und Vorträge.

Das Programm stellte der Geschäftsführer der Karlsruher Tourismus Gesellschaft (KTG), Klaus Hoffmann, kürzlich beim 19. Round Table Tourismus vor. Als Orientierung dient die handliche Broschüre „Bauhaus 2019 und das moderne Bauen in Karlsruhe“, die öffentlich ausliegt und auch im Internet unter www.karlsruhe-tourismus.de/bauhaus zu finden ist.

Beteiligt ist die Fächerstadt daher gleich zweimal an der deutschlandweiten Grand Tour der Moderne. Sie erzählt anhand von 100 herausragenden Stätten die Geschichte der Moderne von 1900 bis 2000. So verbesserte die Dammerstocksiedlung, die Walter Gropius in den 1920er-Jahren unter anderem mit Otto Haesler als Bauausstellung verwirklichte mit ihren funktionalen Räumen und Küchen, besseren Sanitäranlagen und viel Tageslicht die Lebensqualität derMenschen. Heute zählt sie zu den beliebtesten Stadtteilen.

Tourpunkt ist ebenso die für die Architektur der 1950er-Jahre sensationelle, rundum verglaste Schwarzwaldhalle mit ihrem nur sechs Zentimeter dicken sattelförmigen Hängedach aus Spannbeton. Erich Schelling hatte sie in acht Monaten geplant und gebaut. Darüber hinaus sind das Tribünengebäude des alten Hochschulstadions, das Landratsamt im „internationalen Stil“ mit 72 Metern zweithöchstes Stadtgebäude oder der um einen Innenhof komponierte Alker-Block am Bahnhof aus dem Jahre 1930 beispielhaft.

Einen minimalistische Akzent setzt die ebenfalls von Reinhard Alker sowie von Hermann Zelt als Notkirche entworfene Matthäus Kirche in der Vorholzstraße. Demokratische Transparenz strahlt das Bundesverfassungsgericht aus, das Paul Baumgarten 1969 vollendete. Den Geist der Moderne atmen in Rüppurr das von 1953 bis in die 1980er-Jahre realisierte Max Planck Gymnasium und die ab 1907 angelegte Gartenstadt von Friedrich Ostendorf und Max Läuger. Naturnähe ermöglichten das ab 1924 geplante Rheinstrandbad, das Naturschutzzentrum und die ab 1919 konzipierte Hardtwaldsiedlung. Für die 1960er-Jahre steht der Zoologische Stadtgarten. Als digitales Bauhaus versteht sich heute das ZKM, das ab Oktober mit der Ausstellung „Die ganze Welt ein Bauhaus“ aufwartet. -cal-

 
 

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