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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. März 2019

Gemeinderat: Behutsam mehr Raum erschließen

BINSENSCHLAUCH: Begehrtes ältestes Nordweststadt-Wohngebiet. Foto: Fränkle

BINSENSCHLAUCH: Begehrtes ältestes Nordweststadt-Wohngebiet. Foto: Fränkle

 

Der Volkswohnung gehe es „um langfristig attraktive, ökologische und zukunftsfähige Quartiere mit bezahlbarem Wohnraum“, schließt die Verwaltung ihre Stellungnahme zu einem KULT-Antrag. Dieser transportiert Sorgen der Anwohnerschaft der nordweststädtischen Siemens-Siedlung und wirbt um ein Sichern von Charakter und Freiflächen.

Fachausschüsse sollen sich dem Sachverhalt widmen. KULT griff eine Info-Veranstaltung der Wohnungsbaugesellschaft vorigen Dezember auf, bei der eine Quartiersumgestaltung aufgezeigt worden sei. Die Verwaltung sprach von Workshop, Bestandsanalyse, offenem Gespräch. Sie unterstrich die Gültigkeit der Binsenschlauch-Bebauungspläne aus den Fünfzigern; (neue) Baurechtsregelungen seien natürlich wegweisend.

„Aus Sicht meiner Fraktion sind noch Fragen offen, die Präzisierung erfordern“, erklärte Michael Haug (KULT) und betonte: „Wir sollten mit der Beanspruchung der Freiflächen behutsam umgehen.“ Wieder einmal war Nachverdichten, „aber behutsam“, (OB Dr. Frank Mentrup) Kernlosung als laut Tom Høyem (FDP) „Wahlkampfthema Nummer eins“.

Der Rahmenplan Nordweststadt zeige, dass „maßvoll vier und mehr Geschosse möglich“ seien, merkte Hermann Brenk (CDU) an und fragte: „Bestimmen jetzt schon Mieter, was Bauherren tun?“ Eine komplizierte Lage sah Michael Borner (GRÜNE). Als „unverantwortlich“ auf verbreitete Kritik stieß seine Aussage, nach Sanierung und Mietanstieg könnten Viele ihr (jahrzehntelanges) Zuhause verlieren.

Allgemein wurde Aufheizen beklagt, Dr. Raphael Fechler (SPD) fürchtete um Dialogfähigkeit, erinnerte an die Potenziale. Der Antrag streue „Sand in die Augen. Ein Bebauungsplan kann geändert werden, es bräuchte eine Satzung.“ Dr. Paul Schmidt (AfD) konstatierte: „Natürlich brauchen wir mehr Wohnraum, aber wir müssen Wünsche der Betroffenen berücksichtigen.“ -mab-

 
 

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