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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. März 2019

Karlsruher Gespräche: Verantwortung neu gedacht

Internationale Fachvorträge und Kulturprogramm / Festspiele für Ideen und Lösungen

„Zwischen Herausforderung und Überforderung“ verorteten die 23. Karlsruher Gespräche die aktuell in Gefahr scheinende „Verantwortungsgesellschaft“. Umweltprobleme, zunehmende Migration, soziale Ungleichheit und Terror waren nur einige der Probleme, die vom 22. bis zum 24. Februar bei Vorträgen, Diskussionen und Kulturveranstaltungen aufgegriffen wurden.

Dass Verantwortung dabei global gedacht werden muss, zeigte die Auswahl der Themen und Vortragenden. Gäste aus den USA, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Spanien und Italien kamen und auf der Tagesordnung standen Menschenhandel, Unternehmensmoral, die Überwindung kultureller Distanz oder die Zukunft Europas. Letztere griff auch Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup in seiner Eröffnungsrede auf. Er forderte „mehr Zusammenarbeit über Deutschlands Grenzen hinaus“ und sah in der zielgerichteten „Selbstorganisation der Städte“ einen wichtigen Schritt für „Verantwortungsübernahme“.

Unsicherheit und Populismus benannte er als akute Gefahren für eine freie und verantwortlich handelnde Gesellschaft, die Karlsruher Gespräche als Gegenimpuls. Sie seien „Festspiele für Intellekt und Lösungen“, so das Stadtoberhaupt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Zentrum für angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale (ZAK), dessen Direktorin Caroline Y. Robertson von Trotha einleitend die besondere Verantwortung der Universitäten hervorhob. Für die „Gemeinschaft der Bürgerinnen und Bürger“ sei es nicht immer einfach, sich „qualifizierte Urteile zu bilden und verantwortlich zu handeln“, so Trotha. Hier müsse öffentliche Wissenschaft weiter gestärkt werden.

Festredner Timothy Snyder (USA) verwies schließlich eloquent auf globale politische Gefahren und Umwälzungen, denen Europa geschlossen entgegentreten müsse. Kulturell zeigten sich die Karlsruher Gespräche ebenfalls international und aktuell. Die ARTE-Filmnacht in der Schauburg beleuchtete in Dokus und Reportagen Themen wie Donald Trumps Beziehung zu den Medien oder Gefahren und Chancen globaler Netzwelten. Im Badischen Staatstheater wurde nach der Lesung von „Die Ausserirdischen“ und Aufführung des dramatischen Gedichts „Europa flieht nach Europa“, abschließend mit dem Publikum diskutiert. -gem-

 
 

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