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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. März 2019

Tulla-Realschule: Herausragend gegen Mobbing aktiv

AUSGEZEICHNET: Olweus-Team mit Marquart und Weber, Konrektor Stefan Wenz, Rektorin Azita Keschtkar – Pfitzenmaier, Resch. Foto: Fränkle

AUSGEZEICHNET: Olweus-Team mit Marquart und Weber, Konrektor Stefan Wenz, Rektorin Azita Keschtkar – Pfitzenmaier, Resch. Foto: Fränkle

 

Olweus-Zertifikat für Tulla-Realschule im Sinne des Kinder- und Jugendwohls

„Schule muss ein Ort sein, an dem sich Schüler wohlfühlen”, betonte Birgit Pfitzenmaier von der Baden-Württemberg Stiftung im Sinne aller Akteure, die vorige Woche die Tulla-Realschule ehrten und vertraten. Als bundesweit zweite Schule nach Waibstadt bekam sie für ihr Anti-Mobbing-Engagement das Olweus-Zertifikat.

Dieses geht zurück auf das weltweit beachtete Präventionsprogramm des Norwegers Prof. Dan Olweus, dessen Methodik über die Stiftung hierzulande Früchte tragen soll. Zum Wohle zu vieler Kinder und Jugendlicher, die mit teils fatalen Folgen Opfer von Mobbing in Schule und Netz werden.

Voraussetzung für das Gegensteuern nach Olweus ist eine umfassende Evaluation, die mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uni Heidelberg als bewährtem Partner erfolgt: Prof. Dr. Franz Resch war voll des Lobes für die Karlsruher Schule, die mit Maria Weber und Ralf Marquardt ein umtriebiges Olweus-Team für diese schwierige Aufgabe installiert hat.

An der jüngsten Umfrage 2018, die sich wie die vorherigen vor allem an die Schülerschaft wandte und deren Erfahrungen mit Mobbing ergründete, beteiligten sich 98,1 Prozent: „Das gibt es eigentlich gar nicht“, staunte Resch und unterstrich die Wichtigkeit, das Engagement dauerhaft zu etablieren. Die Erfahrung zeige, dass erreichte Erfolge sonst verloren gingen und die auch an der Tulla bereits signifikant gesenkte Mobbing-Rate schnell wieder steigen könnte. „Eine der besten Schulen, was die Täter betrifft“, Ansprache und Wirkung, hob der Psychiater hervor. Mädchen seien offener, vor allem bei Jungs und generell Älteren sei nachzusetzen.

In eineinhalbjähriger Arbeitsphase Supervision, ausgedehnte Pausenaufsicht, ein Sozial-Curriculum für alle Schüler, eine „vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, ist uns gelungen“, zogen Weber und Marquardt ein positives Zwischenfazit. Doch viel Arbeit bleibe. Etwa, um „Egozentrismus, als Selbstfürsorge verpackt“ und der „Suche nach Anerkennung in sozialen Netzwerken, die sich immer mehr als Aggressionsportale erweisen“, entgegenzuwirken. Bürgermeister Martin Lenz dankte allen Tulla-Pionieren und betonte: „Wir alle sind gefordert, Energie und Kreativität einzubringen.“ Es gelte immer wieder, „die eigene Haltung gegenüber solchen, die anders oder fremd sind oder scheinen“, zu hinterfragen. -mab-

 
 

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