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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. März 2019

Zoologischer Stadtgarten: Trauer um zwei tierische Lieblinge

ELEFANTIN RANI kam als Wildfang 1957 aus Indien. Foto: Stadtarchiv

ELEFANTIN RANI kam als Wildfang 1957 aus Indien. Foto: Stadtarchiv

ARA DOUGLAS (Rosalinda) lebte seit 2016 in Karlsruhe. Foto: Zoo/Deible

ARA DOUGLAS (Rosalinda) lebte seit 2016 in Karlsruhe. Foto: Zoo/Deible

 

Der Zoologische Stadtgarten und Karlsruhe trauern um einen Filmstar und ein seit Generationen in der Fächerstadt gern gesehenes Schwergewicht. Am vorigen Samstag sind der Hellrote Ara Douglas, besser bekannt als Rosalinda aus dem Kinderfilm Pippi in Taka-Tuka-Land, und Deutschland ältester Elefant, Rani, an Altersschwäche gestorben. Beide hatten ein gleichsam biblisches Alter mit 51 und 63 erreicht. Regional und bundesweit wurde berichtet, über soziale Medien nahm schier die Welt Anteil.

Einem Millionenpublikum bekannt wurde der beliebte Papagei 1970 zunächst als Pirat, der den gefangenen Kapitän Efraim Langstrumpf, Pippis Vater, ausspionieren sollte. Seinen Lebensabend sollte Douglas im schwedischen Malmö verbringen, doch 2003 forderten die Behörden, ihn einschläfern zu lassen. Notwendige Papiere lägen nicht vor. Ein großer Aufschrei und eine Hilfsaktion erfolgten, doch der frühere Besitzer konnte letztlich nachweisen, dass Douglas legal aus Brasilien importiert worden war.

Neues Ungemach drohte 2016 mit neuen Vorgaben, die eine deutlich größere Voliere verlangten. Zoodirektor Frank Madsen startete einen Medienaufruf, der in ganz Europa Gehör fand. Unter anderem bei Karlsruhes Zoodirektor, Papagei-Experte Dr. Matthias Reinschmidt. Man einigte sich und hätte dann nicht mit einem derart großen Interesse bei der Ankunft gerechnet. Douglas lebte sich gut ein. „Bis auf seine Altersbeschwerden ging es ihm bis zuletzt gut“, betonte Reinschmidt, der ihn während seiner letzten Stunden auf dem Arm trug.

Dramatisch begann Ranis letzter Tag. Als die Tierpfleger sie liegend vorfanden, wurden alle Maßnahmen eingeleitet, dem dreieinhalb Tonnen schweren Tier mit vorhandener Spezialausrüstung hoch zu helfen. Wie es zuletzt 2015 gelang. Rani versuchte aber noch in den Gurten, selbst aufzustehen, wobei die hinteren Beine immer wieder wegknickten. Sie musste wieder abgelassen werden, und der Entschluss fiel, das Tier von seinem Leiden zu erlösen. Noch vor dem Einschläfern versagte der Kreislauf.

„Sie war ganz ruhig, wir hörten ein letztes Schnaufen, dann konnte ich nur noch den Tod feststellen“, sagte Zootierärztin Julia Heckmann, die bis zuletzt außer altersbedingter Probleme wie Arthrose gute Gesundheit attestierte. „Rani stand wie kein anderes Tier über Jahrzehnte als ein Symbol unseres Zoos“, unterstrich Reinschmidt die wie bei Douglas große Betroffenheit – und das Ende einer Ära. Rani war zweitältester Elefant Europas. Dessen einzige Altersresidenz für Asiatische Elefanten beherbergt noch Jenny und Nanda, eher Neuzugänge, soll deutlich ausgebaut werden und weiteren Tieren helfen. -red-

 
 

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