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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. März 2019

Gemeinderat: Qualität hat ihren Preis

Förderrichtlinien: Gemeinderat lehnt verringertes Zuschussmodell bei PIA-Azubis ab

Der Jugendhilfeausschuss hatte nach Protesten von Eltern und Pädagogen vorgelegt, der Gemeinderat zog nach:

Die von der Verwaltung angestrebte Anrechnung von Azubis der praxisintegrierten Erzieherausbildung (PIA) sowie der Fachrichtung Jugend- und Heimerziehung auf den förderfähigen Personalschlüssel ist vom Tisch, der umstrittene Passus in den jetzt einstimmig verabschiedeten städtischen „Förderrichtlinien für Kindertagesstätten und Kinderkrippen“ wieder gestrichen. „Wir dachten, die Anrechnung sei moderat“, verteidigte Bürgermeister Martin Lenz das stufenweise verringerte Zuschussmodell, dem sei allerdings „kein stimmberechtigtes Ausschussmitglied gefolgt.“

Angesichts des eklatanten Fachkräftemangels sei es wichtig, die Ausbildungsplätze für Träger wie auch Bewerberinnen und Bewerber attraktiv zu erhalten, fand CDU-Stadtrat Johannes Krug. Für ihn waren nicht die Sparbemühungen als solche, sondern der dafür ausgewählte „Bereich“ kritikwürdig und „falsch“. Qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung „ist uns viel wert“, bekräftigte SPD-Stadträtin Yvette Melchien, diese gelte es gemeinsam weiter auszubauen. Auch GRÜNE-Stadträtin Renate Rastätter sprach von einem „absolut falschen Signal“, die vielfältigen Herausforderungen ließen sich nur mit genügend Fachpersonal bewältigen.

Allen sei daran gelegen, dass der Erzieherberuf begehrter werde, fast hätte die Verwaltung die Bemühungen „konterkariert“, sagte KULT-Stadtrat Max Braun. Die Familie ausgenommen seien Kitas der „wichtigste Ort“ für eine „gedeihliche Entwicklung“ von Kindern, die „realitätsfremden Vorstellungen“ hätte FDP-Fraktionsvorsitzender Tom Høyem deshalb als „Provokation“ empfunden. FW-Stadtrat Jürgen Wenzel hielt PIA für ein wichtiges Instrument, um Quereinsteiger für den Beruf zu motivieren.

Derzeit gibt es 150 städtisch geförderte PIA-Plätze. Geworben wird damit vor allem um Interessierte, die schon Berufserfahrung haben und sich einen Wechsel in den Bereich Sozialwesen vorstellen könnten. Die Standards gleichen denen der klassischen Erzieherausbildung. Zusätzlich erhalten die PIA-Azubis aber eine von der Stadt Karlsruhe finanzierte monatliche Vergütung - ein solches „zusätzliches Förderinstrument“ gebe es in keiner anderen Ausbildung, merkte dazu Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup an. -maf-

 
 

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