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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. März 2019

Wochen gegen Rassismus: Bekenntnis zur Menschenwürde

FÜR VIELFALT UND TOLERANZ warben OB Dr. Frank Mentrup und Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche beim  Pressegespräch.

FÜR VIELFALT UND TOLERANZ warben OB Dr. Frank Mentrup und Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche beim Pressegespräch.

 

Veranstaltung lädt mit prallem Programm zum Dialog über Artikel 1 des Grundgesetzes

Unter dem Leitmotiv "Die Würde des Menschen ist unantastbar" laden die sechsten Karlsruher Wochen gegen Rassismus vom 15. bis 31. März zum Dialog über Diskriminierung und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, werben für Toleranz, Vielfalt und Weltoffenheit.

Zahlreiche Institutionen, Organisationen, Bündnisse und Kulturschaffende beteiligen sich und treten unter Federführung des städtischen Kulturbüros für Artikel 1 des Grundgesetzes als Fundament friedlichen und solidarischen Zusammenlebens, für gemeinsame Werte und Überzeugungen ein. Um die 100 Veranstaltungen stehen auf dem zumeist eintrittsfreien Programm, darunter Vorträge, Workshops, Filme, Musik- und Theateraufführungen. Das Festival ermuntere zum „Perspektivwechsel“, zum Hören und Mitfühlen, betonte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup beim Pressegespräch im Rathaus. Und es rege Diskussionen an, die auch beim Verfassungsfest im Mai zu 70 Jahren Grundgesetz eine Rolle spielten.

So sei die unantastbare Menschenwürde verbrieftes Recht jedes Einzelnen, „sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“, verstand er den zweiten Satz des Artikels als „klaren Handlungsauftrag“. Karlsruhe bekenne sich in seinem Kulturkonzept 2025 zum „Recht auf Kultur“ und zur Gewährleistung kultureller Vielfalt, sagte Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche, die Wochen gegen Rassismus erfüllten diesen Anspruch mit Leben.

Angebote von und für „People of Color“ bilden neben der Problematisierung zunehmender antisemitischer Tendenzen, diskriminierender Behandlung von Sinti und Roma oder Aufklärung über antimuslimischen Rassismus einen Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe. Der Vortrag „Für alle von uns“ bringt Leben und Werk der afro-amerikanischen Autorin und Aktivistin Audre Lorde näher, der oscarnominierte Dokumentarfilm „I Am Not Your Negro“ über den schwarzen US-Schriftsteller James Baldwin analysiert weißen Rassismus in der amerikanischen Gesellschaft.

Im Fokus steht auch, was es bedeutet, deutsch zu sein: Ein Fotoprojekt beleuchtet etwa die unzulässige Bewertung von Menschen nach Äußerlichkeiten und Aussehen. Großen Wert legt das Organisationsteam auf Begegnungs- und Mitmachformate, Angebote für Schülerinnen und Schüler sowie nachhaltige Effekte. Wer Benachteiligung und Diskriminierung aus eigenem Erleben kennt, kann in den sozialen Netzwerken unter #DarüberReden“ über seine Erfahrungen sprechen. Gesprochen wird sicher auch über die Aktion „Aus Gutem Grund – Ein Platz Für Alle“. Geflüchtete und länger hier Lebende überziehen den Marktplatz-Asphalt mit einem Netz aus weißen Linien und Zitaten aus dem Grundgesetz zu Demokratie und Menschenrechten. Weitere Infos unter www.wochen-gegen-rassismus-karlsruhe.de.

 
 

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