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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. März 2019

Wohnungsbau: Gemeinnutz statt Profit beim Wohnen

Hardtwaldsiedlung. Foto: Fränkle

Hardtwaldsiedlung. Foto: Fränkle

 

Vor 100 Jahren wurde die Hardtwaldsiedlung-Baugenossenschaft in Karlsruhe gegründet

„Nicht Wohnungen für den Markt, sondern Heime gilt es zu schaffen…unter günstigen Bedingungen für die darin Wohnenden und Aufwachsenden“ anstatt des „spekulativen Wohnungsbaus“, schrieb Albert Braun, der Gründer der Genossenschaft.

Der private Wohnungsbau war nach 1918 nicht mehr profitabel und praktisch zum Erliegen gekommen. So ging die verschärfte Wohnungsnot zugleich mit der Existenzgefährdung des Bauhandwerks einher. Hier sollte die Gründung der „Mieter- und Handwerker-Baugenossenschaft“ am 4. März 1919 im Rathaussaal, damals die dritte Wohnungsbaugenossenschaft in Karlsruhe, Abhilfe schaffen. Nördlich der heutigen Oberfinanzdirektion in der Nordstadt war zügig die Umsetzung der schließlich namengebenden Hardtwaldsiedlung angegangen worden, charakteristisch die  Halbkreisstraße Am Wald.

Erstes fertiggestelltes Projekt aber war zugleich als Beschaffungsmaßnahme für das Bauhandwerk 1919 die Errichtung einer Kleinhaussiedlung in der Oststadt, später Lohfeldsiedlung genannt, im Auftrag der Stadt. 1921 wurde das eigene Bauprojekt in der Oststadt an der Karl-Wilhelm- und Parkstraße gegen den Protest der Hausbesitzer des „vornehmen“ Teils der Parkstraße und kurz darauf in der Weststadt an der Ecke Yorck- und Sophienstraße gestartet. Entscheidend für die Realisierung dieser großen Wohnungsbaumaßnahmen war jeweils die Überlassung des Geländes in Erbbaupacht durch Land bzw. Stadt.

1927 erfolgte die Satzungs- und Namensänderung zur „Gemeinnützigen Baugenossenschaft Hardtwaldsiedlung“, nicht zuletzt, um die gemeinnützigen Interessen der Mieter voranzustellen. 1929 setzte die Genossenschaft Maßstäbe im „Neuen Bauen“ in der Dammerstocksiedlung. Bestandserhaltung und innovativer Neubau ist Programm bis heute. Im Jubiläumsjahr hat die Genossenschaft bei etwa 6.800 Mitgliedern fast 1.700 Wohnungen in ihrem Bestand. Der Zweck Wohnungsbestand im genossenschaftlichen Eigentum bei strikter Unveräußerbarkeit bleibt Modell für gutes und bezahlbares Wohnen. -jsk-

 
 

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