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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. März 2019

Stadtgeschichte: In der Gesellschaft vielfach aktiv

KARL SCHREMPP

KARL SCHREMPP

 

Brauereibesitzer und Stifter Karl Schrempp starb vor 100 Jahren am 4. März 1919

Dem Bier war Karl Schrempp schon bei seiner Geburt 1846 in Oberkirch nahe, der Vater war dort Bierbrauer und Gastwirt „Zum Greifen“. Der Sohn trat in seine Fußstapfen, aber ganz eigenständig. In Karlsruhe erwarb der frisch Zugezogene und Vermählte 1871 die kleine Brauerei Schuberg in der Waldstraße 16.

Eine Brau- und Gastwirtschaft bestanden dort bereits seit 1743. Schrempp erkannte die Möglichkeiten der durch die Industrialisierung hervorgerufenen starken Biernachfrage, setzte auf die Konzentration mit Großbrauereien anstelle kleiner Wirtshausbrauereien und kaufte konsequent bestehende Betriebe. 1887 verlegte er seinen zur Großbrauerei gewordenen Betrieb in einen industriellen Neubau auf das Grundstück an der Ecke Karl-/ Mathystraße.

Seine Ursprungsbraustätte ließ er abreißen und errichtete das angesagte Varieté-Theater und Versammlungslokal „Colosseum“. Heute steht dort ein Parkhaus mit Discounter. Im Jahr der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft 1889 stieß die Brauerei Schrempp bereits cirka 62.000 Hektoliter Bier aus. Karl Schrempp wirkte auch politisch. Neben seiner späteren Verbandstätigkeit als Präsident des mittelbadischen Brauereiverbandes gehörte er 1881 bis 1897 als Stadtverordneter dem Bürgerausschuss an. Er war Mitglied der Nationalliberalen Partei, was sich bisweilen gut mit den Parteiversammlungen in seinen Brauereiausschankräumen verband.

Wie andere Brauereibesitzer gründete Schrempp soziale Stiftungen für Bedürftige oder seine Arbeiter. Nicht zuletzt dafür erhielt der bereits mit dem Titel „Kommerzienrat“ Geschmückte 1916 die Ehrenbürgerschaft der Stadt. Die Fusion seines Betriebes 1920 wegen der Bierabsatzkrise mit der Karlsruher Großbrauerei A. Printz unter seinem Nachfolger und gleichnamigen Sohn zu Schrempp-Printz erlebte er nicht mehr. Karl Schrempp starb am 4. März 1919 auf seinem Gut Leisberg in Baden-Baden, heute ein Vorzeigeobjekt im Besitz der Kurstadt. Sein Grab befindet sich auf dem Karlsruher Hauptfriedhof. -jsk-

 
 

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