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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. März 2019

Stimmen aus dem Gemeinderat: SPD: „PiA“: Erfolgsmodell gegen Fachkräftemangel in Kitas

Yvette Melchien, SPD-Stadträtin

Yvette Melchien, SPD-Stadträtin

 

PiA, die praxisorientierte Ausbildung für den Erzieherberuf, wird in Karlsruhe besonders gut angenommen. Die Zahl der Plätze wurde erst kürzlich auf 150 aufgestockt. Frühkindliche Bildung stellt seit jeher einen Schwerpunkt sozialdemokratischer Politik dar.

Die jüngsten Diskussionen um die Anrechnung von PiA-Auszubildenden auf den regulären Stellenschlüssel beweisen einmal mehr, welche Bedeutung der Kinderbetreuung inzwischen zukommt. Die Qualität der Karlsruher Kindertagesstätten ist uns viel wert. Ein ausreichender Stellenschlüssel ist ein elementares Qualitätsmerkmal.

Eine Bertelsmann- Studie zeigt, dass Karlsruhe eine bundesweite Spitzenposition in der Personalausstattung einnimmt, was die Betreuung der Kinder pro Erzieher/in betrifft. Darauf sind wir stolz, wir erachten es aber auch als richtig und wichtig. Die PiA-Auszubildenden besuchen selbst im dritten Ausbildungsjahr regelmäßig die Schule, und Urlaub können sie nur während der Praxistage nehmen.

Nicht zuletzt deshalb sollten und dürfen sie aus unserer Sicht nicht auf den Mindestpersonalschlüssel angerechnet werden. Daher hat sich meine Fraktion auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung wie schon in der vorangegangenen Sitzung des Jugendhilfeausschusses gegen eine seitens der Verwaltung geplante Anrechnung ausgesprochen. Wir sind froh, dass der Karlsruher Gemeinderat an dieser Stelle einstimmig für die Kleinsten Partei ergriffen hat.

In Fachkräfte als Zukunft investieren

Zudem besteht weiterhin ein ungebrochener Ausbaubedarf an Kinderbetreuungsplätzen. Um diesem enormen Bedarf personell nachzukommen, braucht es Investitionen in Fachkräfte. Der Fachkräftemangel im ErzieherInnenbereich besteht bundesweit. PiA ist ein Erfolgsmodell, zu dem auch die Karlsruher Träger ihren Beitrag leisten. Bei der wertvollen Zeit, welche sie in die Ausbildung investieren beziehungsweise vergüten sehen wir Verbesserungspotenzial: Die Leitungen von Kindertagesstätten sollten auch eigene Zeit für besondere (Führungs-)Aufgaben bekommen. Und gute Ausbildung braucht ohnehin Zeit.

Deshalb und gerade auch vor dem Hintergrund, dass in den nächsten Jahren wieder geburtenstarke Jahrgänge des pädagogischen Personals in Rente gehen, wäre aus unserer Sicht schon eine nur geringe Anrechnung dieser Auszubildenden ein Signal in die falsche Richtung. Dabei bedauern wir, dass die von der grün-schwarzen Landesregierung schon lange angekündigte Entlastung in dem Bereich so nicht eintreten wird. Lediglich eine geringe, befristete Pauschale, noch dazu mit strengen Voraussetzungen, soll vom Land kommen. Hier erfüllt das Land aus unserer Sicht nicht seine Aufgabe.

Yvette Melchien
SPD-Stadträtin

 
 

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