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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. März 2019

Artenschutz: (Un-)Gefährdete in der Region

Zu hiesigen Jahres-Arten zählen Atlantischer Lachs, Bergmolch und Aronstab

Etwa 30 Arten des Jahres küren alljährlich unterschiedliche Organisationen vom Naturschutzbund bis zur Loki-Schmidt-Stiftung. Gemeinsames Ziel ist es, die Aufmerksamkeit auf diese Tiere und Pflanzen zu lenken und so zu ihrem Schutz beizutragen. Dabei ist es eher unbedeutend, ob es die Art noch in großer Vielzahl gibt, sie langsam zurückgeht, stark gefährdet ist oder sogar schon auf der roten Liste aussterbender Arten steht.

Die Ausstellung „Feldlerche und Flatter-Ulme: Arten 2019“ im Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört wird um Plakate mit Vogel und Baum flankierenden, ebenfalls im Raum Karlsruhe vorkommenden Arten des Jahres erweitert.
Fisch 2019 ist der Atlantische Lachs, der bis zu 5000 Kilometer wandert, um zu seinen Laichplätzen zurückzukehren. Fischtreppen erleichtern ihm diesen Weg, und er ist wieder im Rhein, vereinzelt in Kinzig, Alb und Murg anzutreffen. Das Wildtier des Jahres ist das Reh. Es hat mit Fuchs, Luchs, teils auch wieder Wolf natürliche Feinde. Der Mensch überdies vor allem gefährdet Rehe und gerade Kitze durch Straßenverkehr und landwirtschaftliche Maschinen.

Lurch des Jahres ist der Bergmolch, in zahlreichen Tümpeln und Weihern, auch nahe des Naturschutzzentrums zu finden. Einstmals galten Lurche als giftig. Tatsächlich mit Vorsicht zu genießen: der Aronstab als Giftpflanze des Jahres. Er kommt von Nordafrika über Mitteleuropa bis Zentralasien vor, ist in Deutschland nicht gefährdet. Das verhält sich bei der Wildbiene des Jahres, der Blauschillernden Sandbiene anders. Ihre Futterpflanzen wachsen vor allem auf Ackerbrachen. Dabei mag sie am liebsten Acker-Senf und andere Kreuzblütler. Sie nistet bevorzugt in Steilwänden aus Sand, Lehm oder Löss. Die Kombination aus diesen Nist- und Futterplätzen ist aber so-wohl am Oberrhein als auch anderswo selten geworden. Daher bleibt geboten, diese Stellen zum Nutzen der Blauschillernden Sandbiene besonders zu gestalten und auch zu schützen. -erg-

 
 

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