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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. März 2019

Umweltausschuss: Schwere Waldschäden nach Dürrejahr

„ESCHENMIKADO“ trifft auch den Oberwald-Rissnert. Foto: Forstamt

„ESCHENMIKADO“ trifft auch den Oberwald-Rissnert. Foto: Forstamt

 

Umweltausschuss befasst sich mit Triebsterben, „Eschenmikado“ und Borkenkäfern

Die Trockenperiode 2018 zeigt ihre negative Wirkung auf die Karlsruher Wälder, über deren Zustand das Forstamt im Umweltausschuss berichtete. Dieser tagte zum ersten Mal unter der Leitung von Bürgermeisterin Bettina Lisbach, die den Bericht „besorgniserregend“ nannte.

Zuerst ging es darin um Borkenkäfer. Vor allem geschwächte Fichten und Lärchen seien befallen, am stärksten im Stupfericher Wald, im Grötzinger Wald sowie im Rittnert. Das Schadholz könne kaum verkauft, die vielen Schäden könnten nur schwer aufgearbeitet werden und 2019 sei mit weiter steigendem Befall zu rechnen. Kahlflächen sollen mit Douglasie, Europäischer Lärche, Esskastanie und Roteiche bepflanzt werden. Durch den Pilz „Falsches Weißes Stängelbecherchen“ käme es bei Eschen zu Triebsterben, besonders in der Rheinaue und Kinzig-Murg-Rinne. Umstürzende Bäume würden zum Verkehrsrisiko und fielen teils so zahlreich, dass von „Eschenmikado“ die Rede ist.

Der Zustand vieler anderer Bäume könne erst nach dem Laubaustrieb abgesehen werden. Bei Kiefern führe ein Pilz zum „Diplodia-Triebsterben“, mit täglich entdecktem Neubefall. Die Lage sei besonders im Hardtwald katastrophal. Die Gesamtprognose für 2019 fällt kritisch aus. Stürme seien unberechenbar, die Bestände häufig labil. Durch niedrigen Grundwasserstand komme es zudem stark auf das Wetter an. Mit Naturverjüngung, Vielfalt bei Neupflanzungen, passenden Baumarten sowie kleinflächigen Strukturen sollen die Karlsruher Wälder jedoch fit für die Zukunft gemacht werden. „Der Waldumbau wird uns immer wieder beschäftigen“, betonte Umweltdezernentin Lisbach deshalb abschließend – „gerade in Bezug auf den Klimawandel“. -gem-

 
 

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