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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. März 2019

Veranstaltungsstätten: Europahalle soll saniert werden

DIE EUROPAHALLE soll für 30 Millionen Euro saniert werden. Ab Ende 2023 wäre sie auch wieder für Sportveranstaltungen mit bis zu 4.100 Zuschauern, wie etwa das Indoor Meeting, zu nutzen. Foto: Fränkle

DIE EUROPAHALLE soll für 30 Millionen Euro saniert werden. Ab Ende 2023 wäre sie auch wieder für Sportveranstaltungen mit bis zu 4.100 Zuschauern, wie etwa das Indoor Meeting, zu nutzen. Foto: Fränkle

 

Gemeinderat berät am Dienstag Analyse der städtischen Veranstaltungsstätten / Für Sportveranstaltungen bis 4.100 Zuschauer / Rückkehr für Indoor-Meeting möglich

Seit die Europahalle im Juni 2014 aus brandschutztechnischen Gründen für Veranstaltungen geschlossen werden musste, laufen Analysen, Überlegungen und Untersuchungen, wie die gesamte Hallensituation in Karlsruhe auf Kurs gebracht werden kann. Am Dienstag entscheidet der Gemeinderat nun über ein Veranstaltungsstättenkonzept, das in dieser Woche bei einem Pressetermin im Rathaus vorgestellt wurde.

„Das im Rahmen der Sportentwicklungsplanung festgestellte Defizit an Dreifeldsporthallen haben wir weitgehend abgearbeitet“, führte Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz die „bereits auf den Weg gebrachten“ Hallenbauten im Schulzentrum Südwest, bei den Hebelschulen in der Moltkestraße, im Traugott-Bender-Sportpark sowie den Neubau bei der Elisabeth-Selbert-Schule auf. Letzterer soll mit einer Tribüne für 1.500 Zuschauer Ballsport bis zur Zweiten Liga ermöglichen. Wenn die Halle voraussichtlich Februar 2021 fertiggestellt sei, könnten die PSK Lions-Basketballer dorthin umziehen und gleich nebenan die Sanierungsarbeiten in der Europahalle beginnen.

Sanierung Europahalle

Was den Umfang betrifft, liegen dem Gemeinderat zwei Varianten zur Entscheidung vor: Eine kleine Sanierung für 15,55 Millionen Euro, die die Halle lediglich für Schul- und Vereinssport sowie Leichtathletiktraining ertüchtigt, jedoch nicht als Versammlungsstätte. Bei der 30 Millionen Euro teuren Variante könnten bei Sportveranstaltungen bis zu 4.800 Zuschauer zugelassen werden. Andere Events seien aber nicht möglich. „Es wären kaum Unterschiede in der Gestaltung zu heute zu erkennen“, machte Baubürgermeister Daniel Fluhrer aber deutlich, dass es sich nicht um eine Generalsanierung handle. Der Schwerpunkt liege im Bereich Brandschutz, dazu gehören insbesondere Fluchtkanäle aus dem Kellergeschoss nach außen. Außerdem enthalten seien ein neuer Verwaltungstrakt und die Kosten für einen Cateringbereich. Mit der angestrebten Fertigstellung 2023 stünde damit die jetzt fehlende erstligataugliche Ballsporthalle zur Verfügung. Auch bei Überlegungen zum Bau einer reinen Ballsporthalle für bis zu 3.500 Zuschauer habe der Standort Europahalle gegenüber den geprüften Alternativen Untere Hub und Karlsruhe Südost das größte Potenzial. Allerdings stünde dann keine Halle für die Leichtathletik mehr zur Verfügung.

Indoor Meeting

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten Ende 2023 wäre auch eine Rückkehr des Indoor Meetings möglich. „Der Welt-Leichtathletik-Weltverband könnte sich Karlsruhe weiterhin als Teil der World Indoor Tour vorstellen, auch wenn in der Europahalle nur vier Laufbahnen zur Verfügung stehen“, berichtete Bürgermeisterin Luczak-Schwarz von erfolgreichen Bemühungen der Karlsruhe Marketing und Event GmbH um eine Rückkehr an den alten Standort. Allerdings wäre dort zusätzlich ein Zelt-Event-Bereich aufzubauen, da in der Europahalle selbst die notwendigen Sponsoring- und VIP-Bereiche fehlen.

„Unser Terminkalender ist jetzt schon pickepackevoll“, machte die Geschäftsführerin der Karlsruher Messe- und Kongress GMBH (KMK), Britta Wirtz, deutlich, dass ab 2024 in der Messe ohnehin kein Platz mehr für das Indoor Meeting geblockt werden könne.

Eventhalle

Weiterhin geht der Blick aber in Richtung Rheinstetten, wenn es um den Standort für eine Eventhalle geht. „Die Lösung für alle Fälle konnten wir an der Messe nicht finden“, wies OB Dr. Frank Mentrup auf eine Machbarkeitsstudie hin, die für eine multifunktionale Eventhalle sowohl für Ballsport als auch für Konzert- und Kulturveranstaltungen für bis zu 8.000 Zuschauer einen Kostenrahmen von 80,5 Millionen Euro ermittelt hatte. Hinzu komme ein Parkhaus für rund 25,8 Millionen Euro. Neben der Finanzierung und der mangelhaften Anbindung des ÖPNV gebe es noch viele Fragen hinsichtlich des EU-Beihilferechts, der Wirtschaftlichkeit und der zeitlichen Realisierung, die von der KMK weiter vertieft werden solle. In der vorgeschlagenen Sanierung der Europahalle sieht OB Mentrup eine „sinnvolle, finanzierbare und zügige Lösung“. -fis-

 
 

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