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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. März 2019

Wochen gegen Rassismus: Vielfältig, lehrreich, kämpferisch

AUFTAKT der „Karlsruher Wochen gegen Rassismus“ im Bürgersaal des Rathauses: OB Dr. Frank Mentrup und Pierrette Herzberger-Fofana, die eigens eine Ausstellung konzipiert hat. Foto: Knopf

AUFTAKT der „Karlsruher Wochen gegen Rassismus“ im Bürgersaal des Rathauses: OB Dr. Frank Mentrup und Pierrette Herzberger-Fofana, die eigens eine Ausstellung konzipiert hat. Foto: Knopf

 

Wochen gegen Rassismus begonnen / Argumentationstraining / Video zu Alltagsszenen

Mit mehr als 300 Gästen war der Auftakt der sechsten „Karlsruher Wochen gegen Rassismus“ kürzlich bestens besucht. Noch bis zum 31. März gibt es ein vielfältiges Angebot zur Thematik: von Selbstbehauptungskursen für Kinder of Color, Kicken gegen Rassismus über Filme, Theater bis hin zu Vorträgen zum Europäischen Kolonialismus oder Argumentationstraining gegen rechtsextreme Sprüche.

Zu Beginn gab es nun diverse Film- und Musikbeiträge. Unter anderem ein Video, bei dem junge Menschen mit Migrationshintergrund über ihre Erlebnisse mit Alltagsrassismus sprachen („Darüber reden“ vom Deutschsprachigen Muslimkreis). Im Foyer des Rathauses informiert eine von Pierrette Herzberger-Fofana, Stadträtin und Lehrerin aus Erlangen, konzipierte Ausstellung über das unselige Kapitel der Sklaverei. Musikalisches kam vom „Forum arabisch-deutscher Songs.“ OB Dr. Frank Mentrup griff in seiner Begrüßungsrede den aktuellen Terroranschlag auf Muslime in Neuseeland auf. „Hier zeigt sich Rassismus in seiner schlimmsten Fratze und das in einem Land mit gerade mal einem Prozent Muslimen“, mahnte das Stadtoberhaupt und rief zu einer Schweigeminute auf.

Im Vorfeld der Reihe wurden 110 Veranstaltungen und Projekte erarbeitet. Besonders freute sich Mentrup darüber, dass es viele Mit-mach-Angebote und Workshops gibt: „Hier hat sich die Stadtgesellschaft zusammen getan, um die Auseinandersetzung mit Rassismus zu thematisieren. Die Veranstaltungen sind vielfältig, lehrreich und kämpferisch. Hier wird Rassismus in all seinen Facetten beleuchtet.“ Aus den Workshops solle man emotional wie intellektuell gestärkt hervorgehen, um Alltagsrassismus, etwa in der Straßenbahn, begegnen zu können. Referentin des Abends war Marlies Horch von der Stiftung „Internationale Wochen gegen Rassismus“, in die sich auch Karlsruhe fügt. Sie berichtete von bundesweit 1800 Veranstaltungen.

Ausgehend vom Massaker im südafrikanischen Sharpeville 1960, bei dem von der Polizei des Apartheitsystems 69 Menschen dunkler Hautfarbe erschossen wurden, skizzierte und definierte Horch Rassismus. Sie forderte jeden zur Selbstreflexion und zu einem Hinterfragen der Sprachgewohnheiten in Bezug auf Rassismus auf, stellte unter anderem das Projekt „Prominent gegen Rassismus“ vor. Dabei bereichern Berühmtheiten Veranstaltungen gegen Rechts. Horch berichtete ferner von Studien, die zeigen, dass eine Frau mit Kopftuch oder ein junger Mann mit Namen Murat deutlich seltener zu Bewerbungsgesprächen eingeladen werden als etwa deutsch klingende Kandidatinnen / Kandidaten. -voko-

 
 

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