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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. März 2019

Drogenpolitik: Grünes Licht für Konsumraum

Nach langem Ringen hat das Landeskabinett am Dienstag die Rechtsverordnung über den Betrieb von Drogenkonsumräumen beschlossen. „Damit können wir in Karlsruhe den ersten Drogenkonsumraum in Baden-Württemberg einrichten“, reagiert Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup auf die Nachricht aus Stuttgart und ergänzt: „Mit dieser Entscheidung geht Baden-Württemberg einen wichtigen Schritt in Richtung einer fortschrittlichen Drogenpolitik.

Drogenkonsumräume eröffnen uns die Möglichkeit, schwerkranke drogenabhängige Menschen besser zu erreichen.“ Diese anerkannten niedrigschwelligen Einrichtungen trügen in der Drogenhilfe nachweislich dazu bei, Drogentodesfälle und offene Drogenszenen zu verhindern.

In Karlsruhe hatte der Gemeinderat am 20. März vorigen Jahres den Weg frei gemacht. Zwischenzeitlich konnte die Arbeiterwohlfahrt (AWO) als zukünftiger Träger die Raumfrage klären. Die schon existierende Anlauf- und Kontaktstelle „get IN“ in der Kriegsstraße verfügt über einen Nebenraum, der zum Drogenkonsumraum umgebaut werden kann. Der Kontaktladen „get IN“ ist den Betroffenen zudem bekannt, sie nutzen ihn seit vielen Jahren.

Die Einrichtung ist vom Werderplatz aus gut fußläufig zu erreichen, liegt aber nicht in der Südstadt – ein Wunsch der Bürgergesellschaft. Nach Einschätzung der Stadt wurde so eine gute Lösung für alle Beteiligten gefunden. Mit dem schon im Herbst in Betrieb genommenen alkoholakzeptierenden Aufenthaltsraum A³ und dem ab April startendem Alkoholkonsumverbot auf dem Werderplatz werden so drei wichtige Maßnahmen zur Entspannung der Situation auf dem Werderplatz umgesetzt. Nach Abschluss noch erforderlicher Umbau- und Renovierungsmaßnahmen wird der erste Drogenkonsumraum in Karlsruhe voraussichtlich im Spätsommer 2019 in Betrieb genommen. -bw-

 
 

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