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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. März 2019

Jobcenter: Qualifizierung lohnt

Jobcenter Karlsruhe zieht positive Bilanz für 2018

Dank guter Konjunktur brummt der Arbeitsmarkt. Auch die Kundinnen und Kunden des Jobcenters der Stadt Karlsruhe profitierten von der Entwicklung, berichtete Geschäftsführer Hans-Peter Kölmel jüngst im Sozialausschuss unter der Leitung von Bürgermeister Martin Lenz und zog für 2018 eine durchweg positive Bilanz.

Im Dezember letzten Jahres waren mit 3.992 Frauen und Männern 431 Personen weniger arbeitslos gemeldet als noch 2017, dies entspricht einer Quote von 2,4 Prozent. Und mit rund 3.800 Inte-grationen in Arbeit und Ausbildung bis Jahresende belege die Karlsruher Arbeitsagentur erneut „einen der vorderen Ränge vergleichbarer Jobcenter in Baden-Württemberg“, so Kölmel. Wichtig dabei: die Nachhaltigkeit.

Fast 70 Prozent der Vermittlungen überdauerten sechs Monate. Auch bei Langzeitarbeitslosen, die eine intensivere Unterstützung bei der Rückkehr ins Arbeitsleben brauchen, vermeldete Kölmel Erfolge. Die Anstrengungen vieler Netzwerkpartner hätte deren Zahl von 1.793 (2017) auf 1.448 sinken lassen. Zur Verfügung steht dabei das gesamte Instrumentarium an Eingliederungs- und Förderleistungen, und „wir arbeiten weiter daran, das soziale Netz in Karlsruhe noch enger zu knüpfen“, erklärte Bürgermeister Martin Lenz.

Trotz beeindruckender Zahlen galt die Sorge von SPD-Stadträtin Gisela Fischer jenem Klientel, das übrig bleibe, bei dem keine Angebote griffen, „da müssen wir überlegen, wie wir vorankommen“. GRÜNE-Stadträtin Verena Anlauf interessierten „sanktionierte“ Hartz-IV-Empfänger, ihrer Kenntnis nach seien darunter viele depressive und kranke Menschen, die Leistungskürzungen weiter in die Isolation trieben. Mittlerweile sei man beim „harten Kern“ angelangt, da werde es schwieriger, riet CDU-Stadtrat Johannes Krug zur Geduld und warnte vor „Überdramatisierung“.

Welche Anforderungen der Arbeitsmarkt der Zukunft stelle, fragte Niko Fostiropoulos (Die Linke) angesichts tiefgreifender Umwälzungen und drohenden Abschwungs. „Wir wissen nicht, ob es gewittert oder regnet“, verwies Arbeitsagenturchef Ingo Zenkner auf viele Unwägbarkeiten. Der „Megatrend Digitalisierung“ greife „rasend schnell“ in den „Mittelbau unserer Gesellschaft“, er verändere und substituiere Arbeitsplätze. Um für die Herausforderungen gewappnet zu sein, hält Zenkner Qualifizierung für „das Gebot der Stunde“ – und das gelte nicht nur für Arbeitslose, sondern ganze Belegschaften. -maf-

 
 

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