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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. März 2019

Start für Genesis-Projekt von Markus Lüpertz: „Werde mir größte Mühe geben“

DIE VORZÜGE DES WERKSTOFFES TON erläuterte Markus Lüpertz Majolika-Stiftungsvorstand Klaus Lindemann, Bürgermeister Dr. Albert Käuflein sowie Kunstpromoter Anton Goll (v.l.). Foto: Fränkle

DIE VORZÜGE DES WERKSTOFFES TON erläuterte Markus Lüpertz Majolika-Stiftungsvorstand Klaus Lindemann, Bürgermeister Dr. Albert Käuflein sowie Kunstpromoter Anton Goll (v.l.). Foto: Fränkle

 

Finanzierung unterirdischer Kunstgalerie gesichert / Lüpertz wehrt sich gegen Kritik

Der Maler und Bildhauer Markus Lüpertz denkt groß. Sein Plan, sieben unterirdische Haltestellen der Kombilösung mit 14 zweimal vier Meter großen Tafeln in eine Kunst-Kathedrale zu verwandeln, geht mithilfe des Vereins „Karlsruhe Kunst Erfahren“ auf.

Die 750.000 Euro privater Geldgeber garantierten nun den Projektstart, informierte kürzlich Initiator Anton Goll beim Pressegespräch in der „Cantina Majolika“, weitere 150000 Euro an Spenden sollen noch eingeworben werden. Lüpertz macht sich an die Arbeit, bezieht für ein Jahr ein Atelier in der Majolika. Über 20 Tonnen Ton braucht es für die in der Keramik-Manufaktur nach seinen Entwürfen produzierten 170 Kilo schweren Reliefs, die pünktlich zur Eröffnung des Stadtbahntunnels Ende 2020 fertig sein sollen.

Das Vorhaben „eines der bedeutendsten Künstler der Gegenwart“ bereichere Karlsruhe als Kunst- und Kulturstadt, fördere die Identifikation mit der Majolika und sei ein „Paradebeispiel für bürgerschaftliches Engagement“, freute sich Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein. Goll sei „Herz und Seele der Initiative“, der Erfolg gebe ihm Recht. Der so gelobte Kunstpromoter und frühere Majolika-Geschäftsführer blickte zurück auf den „nicht einfachen Weg bisher“, umso glücklicher sei er jetzt.

Auch Lüpertz äußerte sich vor zahlreichen Journalisten, Kameraleuten und Fotografen zu seinem Projekt „Genesis – die sieben Tage des Herrn“, dem der Gemeinderat im Sommer 2017 mit großer Mehrheit den Weg geebnet hatte. Der 77-Jährige mit Domizil in Karlsruhe dankte der Stadt für ihre Bereitschaft, das von ihm angestoßene „Experiment zu wagen“ und geißelte die „kleinkarierte“ und vor „erstaunlichen Unterstellungen“ nur so strotzende Kritik aus den Reihen der örtlichen Kunstszene. Immer werde das Böse angenommen, verwahrte er sich gegen den Vorwurf der Bereicherung oder den der Übervorteilung junger Künstler, das sei „totaler Blödsinn“.

Seine offen und nicht zwingend religiös interpretierbare „Schöpfungsgeschichte“ koste Stadt und Steuerzahler keinen Cent, er verdiene daran nichts. Der Trägerverein bleibe Eigentümer der Kunstwerke und entscheide nach sechs Jahren, was damit geschieht. Vorabskizzen veröffentlicht der frühere Rektor der Düsseldorfer und Karlsruher Kunstakademie nicht, seine Arbeit erfinde sich aus dem Material heraus. Lüpertz versicherte, sich „größte Mühe zu geben“, wolle er doch „mit guten Werken in die Geschichte eingehen, nicht mit Niederlagen“. -maf-

 
 

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