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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 5. April 2019

Gemeinderat: Bewirtschaftung des Waldes

HOLZERNTE wird in Karlsruhe seit Langem behutsam nachhaltig betrieben. Die langfristige Planung sieht nur etwas mehr vor. Foto: FA

HOLZERNTE wird in Karlsruhe seit Langem behutsam nachhaltig betrieben. Die langfristige Planung sieht nur etwas mehr vor. Foto: FA

 

Leicht verbessertes Ergebnis und zahlreiche (Nach-)Pflanzungen / Rückblicke und Zukunftsplanungen im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen

Die wirtschaftliche und allgemeine Situation des Stadtwaldes war Thema der jüngsten Sitzung des Ausschusses für öffentliche Einrichtung unter Leitung von Bürgermeisterin Bettina Lisbach. Demnach fiel das Ergebnis für 2017 um rund 470.000 Euro besser aus als geplant, betrug das Minus noch rund 3,2 Millionen Euro. Das Preisniveau auf dem Holzmarkt blieb im Schnitt konstant, die ordentlichen Erträge konnten erreicht respektive um 14.000 Euro überschritten werden.

Die Waldpädagogik plante und setzte 2017 und 2018 rund 800 Veranstaltungen um. Im laufenden Jahr heißt das Motto „Stadt.Wald. Mensch“. Tag der offenen Tür ist am 19. Mai im Waldzentrum.

Als durchschnittliche jährliche Holznutzungsmenge für den gesamten Stadtwald im Zeitraum 2018 bis 2027 (neue Forsteinrichtung, langfristige Planung) wurden 14.500 Kubik-(Fest-)meter bestimmt. Zudem sollen jährlich elf Hektar durch Anbau verjüngt werden. Tatsächlich geschlagen wurden voriges Jahr insgesamt 12.600 Festmeter, was dem noch vor der Einrichtung festgelegten nachhaltigen Hiebsatz entspricht. Im Frühjahr wurden auf 5,6 Hektar, vor allem in Rheinaue und Oberwald 17 Baumarten, insgesamt 11.000 junge Bäume gepflanzt. 2400 Setzlinge, vor allem Kiefern und Eichen, mussten aufgrund der Dürre zudem auf letztjährigen Pflanzflächen nachgepflanzt werden.

Für 2019 ist vorgesehen, 14.200 Kubikmeter Holz zu ernten. Für Laubholz rechnet das Forstamt mit dem Preisniveau der letzten Jahre. Hoch ist die Nachfrage nach Eichenholz, das überwiegend bei Durchforstungen anfällt; wegen ihrer Bedeutung für den Natur- und Artenschutz bleiben viele alte Eichen stehen. Industrieholz, etwa für Spanplatten, ist weiter gefragt. Die Preise auf dem durch Stürme und Borkenkäfer beeinträchtigten Nadelholzmarkt sind gesunkenen. Stabil ist die Nachfrage nach Brennholz. Neugepflanzt werden sollen 13.000 Bäume der Arten Stileiche, Douglasie, Roterle, Lärche, Roteiche, Esskastanie, Hainbuche, Bergahorn, Nuss, Pappel, Feldahorn, Winterlinde, Silberweide, Vogelbeere und Wildkirsche.

Was den Waldschutz anbelangt, muss Fichtenholz, wenn es von Borkenkäfern befallen werden sollte, aufgearbeitet werden. Eine Insektizidbehandlung von waldlagerndem Holz gibt es nicht. Bei Bedarf wird Käferholz in reine Laubwaldgebiete umgelagert. Bei Trockenschäden müssen verkehrssichernde Maßnahmen erfolgen. Hinsichtlich des Eschentriebsterbens wird weiter darauf gesetzt, wo notwendig, geschädigte oder absterbende Bäume zu entnehmen, in der Hoffnung, dass sich Resistenzen bilden. Gesunde Eschen bleiben stehen. Außerdem laufen Projekte zur biologischen Vielfalt wie die Gestaltung und Pflege von Waldrändern, Kompensations- und Ausgleichsmaßnahmen sowie Erhaltungsmaßnahmen in den Natura 2000-Gebieten. Dazu kommt spezieller Artenschutz wie die Erhaltung von Heldbock-Brutbäumen sowie die Ausweisung von Eichen-Heldbock-Brutbaumgruppen.

 
 

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