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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 5. April 2019

Gemeinderat: Kaum Prognosen möglich

Bericht zur Versorgung Pflegebedürftiger vorgelegt

Der Pflegesektor stellt die Gesellschaft vor komplexe Herausforderungen. Derzeit stehen die geburtenstarken Jahrgänge an der Grenze zum Seniorenalter, die Zahl pflegebedürftiger Menschen steigt deshalb in den nächsten fünf bis zehn Jahren stärker als danach.

Bis 2020 rechnen Statistiker in Karlsruhe mit rund 8.960 Personen, bis 2025 mit 9.290 Personen. Die jetzt dem Gemeinderat zur Kenntnisnahme vorgelegte „Bedarfsentwicklung in der stadtteilbezogenen Versorgung Pflegebedürftiger“ analysiert Strukturen, ermittelt Bedarfe, gibt Handlungsempfehlungen und verdeutlicht die Auswirkungen der Heimbauverordnung des Landes.

Die Dynamik der Zahlen wie auch die sich rasant verändernde Praxis erschwerten präzise Angaben, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Angesichts nur bedingter städtischer Steuerungsmöglichkeiten setze man auf ganzheitliche Betrachtungsweise des Themas und vernetztes Vorgehen, unterstrich Bürgermeister Martin Lenz.

Von einem „sinnvollen Planungsansatz“ sprach CDU-Stadtrat Dr. Thomas Müller, Sorge bereite ihm der Fachkräftemangel. Passgenaue Prognosen seien schwierig, setzte Gisela Fischer (SPD) weiterhin auf innovative, Resilienz fördernde Ansätze. Kritik an der Abfassung des Berichts übte GRÜNE-Stadtrat Michael Borner und monierte fehlende Vergleichskennzahlen sowie Zwischenziele. Auf junge Pflegebedürftige lenkte KULT-Stadtrat Lüppo Cramer das Augenmerk und appellierte, „mehr Inklusion zu leben“.

„Wo sollen Pflegeplätze herkommen?“, fragte Karl-Heinz Jooß (FDP), Karlsruhe habe „keinen Platz mehr“. Würden „vorherige Stationen leichter praktikabel gemacht“, gelänge es, stationäre Pflege im Interesse aller „möglichst lange hinausschieben“, war AfD-Stadtrat Dr. Paul Schmidt überzeugt. Wenn sich verschiedene Dienste intelligent koordinierten, „ist vieles leistbar“, setzte Friedmann Kalmbach (FK) auf Sozialraumplanung als wichtigen Faktor, FW-Stadtrat Jürgen Wenzel sah die Stadt auf dem richtigen Weg. -maf-

 
 

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