Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 5. April 2019

„Girls‘ Day“: Von wegen typischer Männerberuf

MIT FREUDE BEIM GÄRTNERN: 22 Schülerinnen hatten sich im Baugartenamt angemeldet. Bei schönem Wetter in Rüppurr halfen diese vier Praktikantinnen beim Pflanzenschnitt. Foto: Fränkle

MIT FREUDE BEIM GÄRTNERN: 22 Schülerinnen hatten sich im Baugartenamt angemeldet. Bei schönem Wetter in Rüppurr halfen diese vier Praktikantinnen beim Pflanzenschnitt. Foto: Fränkle

 

Beim „Girls‘ Day“ lernten mutige Schülerinnen berufliche Alternativen kennen

Professionell Gärtnern, Feuer löschen, Wald pflegen und einiges mehr bot die Stadt Karlsruhe zum „Girls‘ Day“ an. Im Gartenbauamt im Stadtteil Rüppurr versammelten sich etwa 22 junge Frauen, um die unterschiedlichen Berufsbilder rund um Pflanzenpflege kennenzulernen.

„Ich mag es, im Garten zu sein. Das Angebot hier war toll, also wollte ich dabei sein“, berichtete Lilla Seltz, die in der Realschule Linkenheim die achte Klasse besucht. Für Lena Löschinger vom Ettlinger Eichendorff-Gymnasium und der gleichen Klassenstufe war es ähnlich: „Ich habe mir gedacht, dass das Angebot Spaß machen kann, und wollte deswegen das Arbeiten mit Pflanzen ausprobieren.“

Für die Gleichstellungsbeauftragte Verena Meister ist an diesem Tag Folgendes wichtig: „Frauen wählen immer noch aus einer Gruppe von 20 Jobs ihren Beruf aus. Das bedeutet in einigen Fällen geringe Bezahlung und Folgen wie Altersarmut. Wir wollen mit unseren Aktionen die Perspektive von Schülerinnen für Alternativen weiten.“

Bei der Berufsfeuerwehr sind Frauen in der deutlichen Minderzahl. Deswegen war Pressesprecher Dr. Markus Pulm über die zwölf Praktikantinnen sehr froh. Die Schülerinnen konnten sich in praxisnahen Aufgaben ausprobieren, wie zum Beispiel Brandübung oder Motorsäge auseinanderbauen. Mit Atemschutz-Ausrüstung machten sich sechs Schülerinnen fast blind bei einer Rauch-Simulation auf die Suche nach einer Puppe.

Im Oberwald präsentierte Försterin Stephanie Bauer den dortigen Interessentinnen Behausungen von Heldbock-Larven und einen Erlenhain, der unter Pilzbefall leidet. Die Waldexpertin machte den jungen Frauen zudem Mut, einen Job zu ergreifen, der noch als Männerdomäne gilt. Zum „Boys‘ Day“ hatten sich, wie allgemein bedauert, nur zwei junge Männer angemeldet. -cf-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe