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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 5. April 2019

Sozialausschuss: Sozialpension punktet

Vorerst keine Notschlafstelle für Frauen am Bahnhof

Karlsruhe hält seit drei Jahren im früheren Hotel Augustiner in der Sophienstraße fünf Übernachtungsplätze für Notfälle vor, die ausschließlich von der Bahnhofsmission belegt werden können. Die Sozialpension für obdachlose Menschen in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO) ist rund um die Uhr besetzt und damit auch für Frauen in prekären Situationen geeignet, die nachts oder außerhalb behördlicher Öffnungszeiten am Bahnhof stranden und nach Hilfe fragen.

Ein Pluspunkt, der den nichtöffentlich tagenden Sozialausschuss unter der Leitung von Bürgermeister Martin Lenz jetzt überzeugte, zunächst auf eine zusätzliche Notübernachtungsstelle in unmittelbarer Bahnhofsnähe zu verzichten. Die SPD-Fraktion hatte eine solche im Gemeinderat beantragt, die Verwaltung keinen Bedarf gesehen – und so fand sich das Thema im Ausschuss wieder.

Das Angebot im Augustiner war zuletzt kaum genutzt worden – 2018 haben nur 14 Personen an 48 Tagen in den Zimmern übernachtet. Grund war unter anderem, dass es die Ehrenamtlichen der Bahnhofsmission mit Frauen in Ausnahmesituationen zu tun hatten, die kaum Deutsch sprachen und nicht verstanden, wie sie die Unterkunft in der Sophienstraße finden. Damit die Notübernachtungsstelle künftig besser angenommen wird, haben sich Bahnhofsmission, AWO und die Abteilung Wohnungssicherung der Sozial- und Jugendbehörde auf verschiedene Maßnahmen verständigt.

So sollen den Menschen als Erstinformation Flyer in mehreren Sprachen mit einer Wegbeschreibung über Google Maps an die Hand gegeben werden, außerdem erhalten sie KVV-Tickets für die Fahrt zur Sozialpension in der Sophienstraße und dort ein erstes Beratungsgespräch sowie weitere Unterstützung etwa bei Behördengängen. Nach sechs Monaten ziehen die Beteiligten Bilanz und steuern gegebenenfalls nach. -maf-

 
 

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