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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. April 2019

Résistance: Mahnendes Gedenken an Widerstandskämpfer

Foto: Knopf

Foto: Knopf

 

Am einstigen Schießplatz im Hardtwald wurde Sonntag 14 Widerstandskämpfern aus Frankreich und Belgien gedacht, die dort vor 75 Jahren von der Wehrmacht erschossen wurden. An der Theodor-Heuss-Allee in der Waldstadt befindet sich eine Stele, die an sie erinnert. Initiiert vor fünf Jahren von Brigitte und Gerhard Brändle, die nun die eigens recherchierten Geschichten der Widerstandskämpfer vortrugen.

„Die Opfer haben große Menschlichkeit bewiesen. Sie haben mit den Alliierten zusammengearbeitet, um die Nazi-Herrschaft zu beenden“, sagte Maria Kraushaar-Jettinger, die regelmäßig Blumen ablegt. Schüler der Ernst-Reuter-Schule und des Otto-Hahn-Gymnasiums erinnerten zugleich an Menschen aus der Region, die ihr Leben aufs Spiel setzten, um Juden vor der Gestapo zu retten.

Ricarda Cremer, Navolee Fürst und Lenny Khair berichteten von Tabakhändler Otto Hörner, der eine jüdische Familie in einer Ettlinger Gartenhütte versteckte. Gertrud und Otto Riehm boten einem jüdischen Paar in Ispringen bei Pforzheim Obhut. Von der Stele begab sich die Gruppe zur Hinrichtungsstelle, der Kugelfangmauer im Wald.

Bürgermeister Dr. Albert Käuflein (unser Bild) bedankte sich bei den Brändles. Mehr als 430 Résistance-Angehörige wurden in Baden hingerichtet: „Auf dem Widerstand gegen Unmenschlichkeit und Barbarei unter deutscher Verantwortung gründet sich der Gedanke eines geeinten, friedlichen und demokratischen Europas.“ Der Waldstädter Bürgervereinvorsitzende Hubert Keller sagte, Mut und Einsatz seien eine Mahnung an die Zukunft, Diktaturen zu widersprechen. Partisanenlieder trug der Marcel Larson vor. -voko-

 
 

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