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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. April 2019

Brunnengesellschaft: Ratzelbrunnen in neuer Pracht

Einer der ersten Betongussbrunnen Deutschlands verleiht nun dem Eingang des Hauptfriedhofs einen weiteren Akzent. Foto: Fränkle

Einer der ersten Betongussbrunnen Deutschlands verleiht nun dem Eingang des Hauptfriedhofs einen weiteren Akzent. Foto: Fränkle

 

Brunnengesellschaft als Retterin / Nachlaßgeberinnen halfen bei der Finanzierung

„Bald werden alle behaupten, der Brunnen hätte immer hier gestanden“, bemerkte OB Dr. Frank Mentrup augenzwinkernd bei der Einweihung des Carl-Ratzel-Brunnens durch den katholischen Priester Rainer Auer und den evangelischen Dekan Dr. Thomas Schalla im Eingang des Hauptfriedhofs.

Denn letzterer wurde in den 1870er-Jahren im Stil der Neorenaissance entworfen und der Schalenbrunnen des Architekten Ratzel entstand 1873.  Allerdings zierte er als einer der ersten Betongussbrunnen Deutschlands ursprünglich die historische Landesgewerbehalle am Rondellplatz. Vom Zweiten Weltkrieg verschont, fristete  er  seit den 1960er-Jahren im Innenhof des neuen Landesgewerbeamts ein eher trauriges Dasein. Mentrup dankte daher ausdrücklichen den Aktiven der Europäischen Brunnengesellschaft (EBG), posthum Initiator Dietrich Maier sowie Prof. Dr. Ursula Obst  wie dem Künstlerpaar Barbara Jäger und OMI Riesterer, den „Brunnen im letzten Moment gerettet zu haben,  um ihn dann ganz zu übernehmen und wieder aufzuarbeiten“.

Ebenso den Sponsorinnen und Sponsoren wie Nachlassgeberinnen. Hanna Maria Kirschbaum und Erna Klein, die ihr Vermögen der Stadt für den Hauptfriedhof vermachten, ermöglichten die Finanzierung des aufwändigen Fundaments und der nicht minder anspruchsvollen Technik. Zu ihrer Würdigung findet sich auf einer Hinweistafel  das Signet „Für immer ein Teil unserer Stadt“. Damit soll an allen Objekten, die über Nachlässe ermöglicht wurden, das besondere Engagement von Bürgerinnen und Bürgern für ihre Stadt über ihren Tod hinaus sichtbar sein.   EBG-Vorsitzender Harald Denecken wies auf die Handabdrücke der Rettenden auf der Wasserdüse hin und die lange, bereits 2003 begonnene Rettungsodyssee. Sie fand 2013 in der Bestätigung der Kulturdenkmaleigenschaft des mit großmäuligen, von OMI Riesterer zu „Fischgreifen“ erhoben Wassertieren geschmückten Wasserspenders ein erstes glückliches Ende.  -cal-

 
 

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