Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. Mai 2019

Tag der Arbeit: Bekenntnis zu Europa als Signal

ÜBER ARBEIT UND EUROPA sprachen (v. l.) Moderator Alex Hofmann (SWR), Bürk, OB Mentrup, der Betriebsratsvorsitzende von Siemens Karlsruhe, Stephan Keiber, Distler, Grenke, Humann. Foto: Fränkle

ÜBER ARBEIT UND EUROPA sprachen (v. l.) Moderator Alex Hofmann (SWR), Bürk, OB Mentrup, der Betriebsratsvorsitzende von Siemens Karlsruhe, Stephan Keiber, Distler, Grenke, Humann. Foto: Fränkle

 

Empfang zu Tag der Arbeit betont Gemeinschaft für Beschäftigte und Unternehmen

Wenige Wochen vor der Europawahl fokussierten die Akteure des Tags der Arbeit schon beim Stadtempfang vorige Woche ein Bekenntnis. „Europa: Jetzt aber richtig!“, stand auf einem Banner, das Mitwirkende und Gäste danach unterschrieben. „Vielleicht mit einem Statement“, ergänzte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup den Appell, um selbst damit vorzulegen: „Europa als Heimat für Frieden – gerade auch in Karlsruhe.“

Tenor des Abends im Bürgersaal des Rathauses war es, noch mehr die internationale Zusammenarbeit ausweiten und den konkreten Nutzen Europas veranschaulichen zu wollen. In seiner Rede hatte das Stadtoberhaupt angeregt, sich das heute so Selbstverständliche „positiver ins Bewusstsein zu rufen“ als Kontrast zu überwundenen Grenzen und Blöcken. So befruchtend, aber auch ausbaufähig die Zusammenarbeit mit den französischen Nachbarn ausfalle, sei selbst der Begriff Grenzregion vielleicht zu überwinden: „So dass wir eine gemeinsame Mitte Europas darstellen und sie zum Teil unserer eigenen Identität machen.“

Ganz im Sinne des Gastredners Emile Humann (Mitglied des Exekutivkomitees des Interregionalen Gewerkschaftsrats Euregio) und der Leiterin des DGB-Büros für Interregionale Europapolitik, Dr. Katrin Distler. Sie verwies im Talk auf ein Gerichtsverfahren, das prüft, „ob Frankreich mit seinen Richtlinien zur Entsendung“ von im (deutschen) Ausland Arbeitenden „nicht über das Ziel hinausgeschossen ist“. Erfolgreich umgesetzte Vorhaben, mahnte der OB, könnten Bedenken entgegenwirken – aber: „Es scheitert eher an nationalen Egoismen. Nicht daran, dass Europa wieder einen Wahnsinn erschaffen hätte, den wir ausbaden müssten.“
Seit Gründung der Region Grand Est pendle täglich eine viertel Million Menschen, löste Humann Staunen aus. Bessere und direktere Anerkennung der Ausbildungen, Sozialversicherungen und optimierte Mobilität seien wichtig.

Europa brauche kein neues Image, sondern Gemeinsamkeit und ein Ziel, betonte DGB-Vorsitzender Dieter Bürk. Europas größte Chance sehe er darin, „dass wir eine gemeinsame Wirtschaftspolitik betreiben im Interesse der Arbeitnehmer“. Die Unternehmer nannten laut IHK-Präsident Wolfgang Grenke politische Stabilität als wichtigste Voraussetzung, um auf dem Erreichten aufzubauen. Mentrup konstatierte: „Arbeit, Wert der Arbeit, gute Arbeit sollten im internationalen Kontext eine Rolle spielen.“ -mab-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe